K. F. Meis (© 2002-2010)

Intelligent Design

Ein Modell zum Nachweis von Design und Teleologie in der Natur

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Verteidigung der Wahrscheinlichkeitsrechnung - Teil 2

Linsenauge

Widerlegung der Einwände gegen die Anwendbarkeit der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf die Evolutionstheorie


Die Evolution des Auges

M. Neukamm: Das "Becherauge" einer Schnecke braucht weder einen Glaskörper, noch eine Linse oder eine Hornhaut, geschweige denn ein Augenlid oder gar ein kompliziertes Sehzentrum, um zu funktionieren, denn seine Funktion bestand zunächst lediglich darin, dem Weichtier das Richtungssehen zu ermöglichen.

Niemand behauptet, ein hochkomplexes Becherauge hätte völlig fertig auf einen Schlag entstehen müssen, denn das wäre ja "reduzierbare Komplexität". Intelligent-Design-Theoretiker betrachten den nicht mehr weiter simplifizierbaren Fall des primitivsten Auges, dass man noch als Auge bezeichnen könnte, und lediglich eine Minimal-Seh-Funktion liefert. Das ist "nichtreduzierbare Komplexität"! Alle für ein solches Auge notwendigen Bestandteile müssen gleichzeitig vorhanden gewesen sein und mussten korrekt interagieren können (Synorganisationsproblem), damit Selektion nicht zerstörerisch wirkt. Entsteht nur ein Bestandteil, würde dieser als überflüssig erkannt und ausselektiert. Doppelfunktionen sind abgesehen von ihrem spekulativen Charakter keine Erklärung der gleichzeitigen Verschonung jeweils alle Bestandteile aller Organe aller Lebewesen vor der unbarmherzigen Selektion. Auch kann nicht jede hypothetische Verbesserung in kleinen Schritten erfolgt sein, da selbst Strukturen mit vorher anderen Funktionen (eben Doppelfunktionen) ihre Funktionalität schlagartig hätten verändern (oder erweitern) müssen, als sich synorganisierte Strukturen spontan bildeten oder andere Funktionen ihre bisherige Funktion aufgaben oder mehrere Funktionen gleichzeitig auszuführen in der Lage waren, um fortan neue Aufgaben zu erfüllen. Es mussten auf jeden Fall sehr viele Änderungen gleichzeitig stattgefunden haben, damit sich neue Fähigkeiten oder neue komplexe Strukturen bilden konnten, ohne dass die veränderungshemmende (und damit evolutionsfeindliche) Selektion einen Strich durch die Rechnung machen konnte. Auch Doppelfunktionen unterliegen dem Synorganisationsproblem und sind in der Häufigkeit ihres Auftretens natürlich wesentlich seltener als Organbestandteile mit Einfachfunktionen. In der Regel haben Organbestandteile sogar nur im Zusammenspiel mit anderen Bestandteilen und innerhalb eines kompletten Organs eine Funktion. Ohne dieses Zusammenspiel sind sie ohnehin funktionslos.

Den gleichen Ansatz verfolgen Junker und Scherer mit dem Bakterienmotor. Sie verringern die Komplexität eines solchen Motors, bis sie nicht weiter reduzierbar ist. Selektion scheidet in diesem Fall aus und alles hängt von der Mutation ab, die dem Zufall unterworfen ist. Und damit ist die Grundlage geschaffen, die Stochastik zur Berechnung von Wahrscheinlichkeiten heranzuziehen.

Ich möchte den Leser den folgenden Absatz nicht vorenthalten. Er ist ein wahrer Genuss, zu lesen, wie einfach die Evolution des Auges ablieft:

M. Neukamm: Eine günstige Anpassung vergrößerte aus Schutzgründen die Vertiefung immer mehr und schloß das Becherauge bis auf eine kleine Lichtöffnung.

Eine Vertiefung und ein Verschluss haben eine permanente Verschlechterung der Lichtausbeute zur Folge. Mit jedem Schritt kann das Lebewesen schlechter zwischen hell und dunkel unterscheiden. Die Selektion wird immer dann von Evolutionstheoretikern solange "deaktiviert", bis sich am Ende einer Kette von Veränderungen ein größerer Vorteil ergibt als die Summe der einzelnen Nachteile. Hier wird der Selektion einfach vorausschauende Intelligenz unterstellt! Die erwähnte unbekannte "günstige" Anpassung besteht also aus einer Reihe von nachteiligen Veränderungen, die aber im Endergebnis Vorteile bringen soll. Am Ende der Kette wird die Selektion dann wieder zum Zwecke der Überprüfung des Endergebnisses "rekrutiert".

So kennt man es ja auch, wenn man sein Auto mal zur Reparatur bringt. Da wird beispielsweise der Vergaser durch einen neuen, besseren ausgetauscht, sowie die Bremsbeläge und die Zündkerzen durch die jeweils neusten Modelle. Wer wollte leugnen, dass diese Veränderungen eine Verbesserung für das Fahrzeug darstellen. Diesen Austausch kann man natürlich nicht während der Fahrt vornehmen, denn vorübergehend ist der Austauschprozess für das Fahrzeug so nachteilig, dass es nicht mehr fahrtauglich ist, und zwar so lange, bis alle Teile wieder korrekt eingebaut wurden. Oder anders ausgedrückt: Wer ohne Bremsen fährt, wird sehr schnell ausselektiert. Ein Lebewesen kann natürlich während so einer Umbauphase sein Leben nicht einfach vorübergehend einstellen oder sich anderweitig vor der Selektion in Sicherheit bringen.

M. Neukamm: Es war nun eine Doppelfunktion, die den glücklichen Umstand fügte, daß sich so nebenbei ein Organ bildete, das erstmals neben dem "Richtungs- und Bewegungssehen" ein scharfes Abbild der Umwelt lieferte: [Unterstreichungen von mir]

Zum scharfen Sehen gehört mehr als eine möglichst kleine Öffnung (Blende). Der Hauptfaktor liegt in einer hohen Anzahl von einzelnen Photorezeptoren und angeschlossenen Sehnerven. Diese müssten sich also zeitgleich mit einer kleinen Blendöffnung entwickelt haben, damit diese überhaupt einen Sinn gemacht hätte. Dann muss sich ein entsprechend komplexes Sehzentrum im zentralen Nervensystem gebildet haben, dass in der Lage ist, die einzelnen Lichtsinnesreize zu einem gesamten Bild zusammenzufügen, dass von dem Lebewesen auch interpretiert werden kann. Ganz unberücksichtigt bleibt dabei, dass das Bild bei einem Linsenauge natürlich auf dem Kopf steht und erst in einem (sich auch gleichzeitig entwickelten) den Anforderungen angepassten Sehzentrum gedreht werden musste (eine komplexe Funktionalität in einem programmierbaren Nervensystem). Das ist ein Beispiel für das Problem der Synorganisation und der nichtreduzierbaren Komplexität! All das muss gleichzeitig entstanden sein, damit das neue System funktioniert. Es würden sich niemals mehrere Lichtrezeptoren bilden, wenn diese nicht an ein Sehzentrum angeschlossen wären, bzw. dieses Sehzentrum noch gar nicht existieren würde. Auch würde sich nie ein Sehzentrum mit komplexen Funktionen bilden, wenn es nur einen Lichtrezeptor gibt.

M. Neukamm: Das "Lochkamera-Auge" vieler höherer Wirbelloser war entstanden. Und erneut wurde die Evolution aus Gründen des Schutzes dazu "veranlaßt", das Auge durch ein lichtdurchlässiges Häutchen zu schließen

Wie entsteht ein transparentes Häutchen? Entweder das Häutchen ist da oder es fehlt. Es kann sich nicht schrittweise bilden (und dabei jeweils einen Überlebensvorteil bringen). Hat es sich aus einem Häutchen gebildet, dass vorher eine andere Funktion hatte? Wenn ja, wie bildete sich dann jenes Häutchen und welches andere Häutchen erfüllt nun den Zweck, den das Häutchen vorher hatte? Das Stellen solch konkreter Fragen wird von Evolutionstheoretikern gern kritisiert. Das liegt wohl eher an der Unmöglichkeit, konkrete Antworten auf diese Fragen zu liefern, als an einer angeblichen Unzulässigkeit konkreter Fragen.

M. Neukamm: und es mit einer gallertartigen Substanz zu füllen.

Woher kommt diese Substanz? Wie wird sie gebildet? Woraus besteht sie? Woher "weiß" diese Substanz, dass sie sich zwischen zwei transparenten Häutchen dergestallt einlagern muss, dass sich daraus eine Sammellinse entwickelt?

M. Neukamm: Wie nebenbei ergab sich so abermals eine Doppelfunktion, die die Möglichkeit zur Verbesserung der optischen Eigenschaften des Auges schuf, insbesondere zur Bildung einer Sammellinse, die dann Bildschärfe und Lichtstärke im Linsenauge der Wirbeltiere glücklich vereint. [Unterstreichungen von mir]

Das Problem der nichtreduzierbaren Komplexität wird hier einfach übergangen:

  • Bildschärfe entsteht durch die Anzahl der Pixel eines Bildes. Gab es nur ein paar Photorezeptoren mit angeschlossenen Sehnerven, hätte weder die Lochblende noch eine Linse etwas gebracht (siehe Grafiken unten).
  • Diese gallertartige Linse musste natürlich stets die exakte Linsenkrümmung aufweisen. Unregelmäßigkeiten hätten bereits den ganzen Aufwand zunichte gemacht.
  • Die gallertartige Substanz musste so transparent wie möglich sein. Gleiches trifft auf die beiden postulierten Häutchen zu.
  • Der Fokus musste exakt auf den Abstand zu den Photorezeptoren eingestellt sein.
  • Die Photorezeptoren mussten alle den gleichen Abstand zur Linse aufweisen, was eine konkave Anordnung aller Rezeptoren auf der Innenfläche einer Kugel notwendig macht.
  • Eine Linse benötigt im Gegensatz zu einem Loch einen Mechanismus der Reinigung.
  • Ein Loch kann auch nicht verschmutzen, eintrüben oder verkratzen. Eine Linse braucht einen Schutz.
  • Die angebliche gallertartige Substanz muss bei Landlebewesen durch eine weitere Vorkehrung vor Austrocknung bewahrt werden (Tränendrüsen, Tränenauslass, Tränenabfluss, Nervenzellen, die bei drohender Austrocknung einen Sinnesreiz an das zentrale Nervensystem senden, so dass die Absonderung von Tränenflüssigkeit eingeleitet wird, usw.).
  • Ein Mechanismus zur Regulierung der Sehschärfe ist notwendig. Im Gegensatz zu einer Lochkamera benötigt eine Linsenkamera eine Möglichkeit der Fokusierung.
  • Es muss die Fähigkeit entwickelt werden, scharfe Bilder von unscharfen zu unterschieden und das Auge auf Objekte unterschiedlicher Distanz zu fixieren.
Grob Dies ist das Ergebnis bei einer unscharfen Linse und 12 Photorezeptoren.
Grob Dies ist das Ergebnis bei einer scharfen Linse und 12 Photorezeptoren. Die scharfe Linse bringt gegenüber der unscharfen Linse bei so wenigen Rezeptoren keinen Vorteil.
Sehr unscharf Die 41769 Photorezeptoren dieses Bildes sind völlig unnötig, da die Linse kein scharfes Bild liefert. Für Bildschärfe braucht man beides: eine genaue Optik und eine hohe Pixelzahl.
Scharf Hier haben wir eine hohe Pixelzahl und eine scharfe Linse, den richtigen Abstand zwischen Linse und Photorezeptoren, usw. Bei einem Fotoapparat ist die genaue Abstimmung der Optik natürlich auf die Intelligenz eines Designer zurückzuführen.

Es lassen sich noch viele weitere notwendige Bestandteile eines funktionstüchtigen Linsenauges aufzählen, die alle gleichzeitig vorhanden sein mussten, damit ein Vorteil entstand, der das Auge vor der unbarmherzigen Selektion bewahrt.

M. Neukamm: Und dann müssen, wie von BLEULER und LÖNNIG suggeriert wird, weder Netzhaut, Glaskörper, Augenlinse und Hornhaut in einem Schritt entstehen, noch "optimal justiert zu sein", denn die abgestuften Komplexitätsgrade des Auges innerhalb der rezenten Organismengruppen zeigen ja die stufenweise Emergenz der Einzelkomponenten, die jeweils verschiedene Funktionen erfüllt haben.

Nüchtern betrachtet handelt es sich nur um unterschiedliche Konstruktionen, die für das jeweilige Lebewesen und seinen Lebensraum optimal sind. Was sollte ein Wurm mit einem Linsenauge anfangen, wenn er in der Erde wühlt? Und was sollte eine Schnecke mit einem Adlerauge anfangen? Sie muss bestenfalls das Blatt sehen, dass sie gerade frisst. Könnte sie einen heraneilenden Igel gestochen scharf sehen, würde ihr das nichts nutzen, sie kann ja eh nicht mehr entkommen. Sie wäre nur einem unnötigen psychischen Druck ausgesetzt, bevor sie aufgefressen wird :·)

Was ist also von der Erklärung der allmählichen Entwicklung des Auges, wie Herr Neukamm sie schildert, zu halten? Diese Erklärung ist zweifelsohne der Phantasie entsprungen, was sicherlich auch niemand leugnen wird. Aber wie nennt man es, wenn jemand etwas behauptet, ohne etwas in der Hand zu haben? Das nennt man "Bluff". Es gibt nicht eine einzige beweiskräftige Erklärung, die die Entwicklung eines der unzähligen nicht reduzierbar komplexen Systeme zufriedenstellend beschreiben könnte. Der systematische Erklärungsnotstand innerhalb der Evolutionstheorie und die Tatsache, dass nur intelligente Wesen in der Lage sind, nicht reduzierbar komplexe Systeme zu planen und zu konstruieren, macht Intelligent Design zu einer weit besser abgesicherten Erklärung als die Evolutionstheorie, und zwar für all diese Systeme.

M. Neukamm: Auch vor der Entstehung des komplexen Flugapparates der Vögel waren fast alle Teilorgane grundsätzlich schon vorhanden, erfüllten aber andere Funktionen. So hat man bei fossilen Reptilien Protofedern gefunden, die offenbar der Wärmeisolation oder dem Balzerfolg dienlich waren. Darüber hinaus waren leichte, aber stabile Knochen, wie man sie ebenfalls bei solchen Theropoden nachgewiesen hat, auch für ein flugunfähiges Reptil nicht wertlos, denn sie erhöhen die Bodenschnelligkeit, erleichtern das Klettern, Fallen und könnten sich bei Luftsprüngen als vorteilhaft erweisen. Erst viel später mag sich herausgestellt haben, daß die Federn, der reptilienartige Schwanz und die Hohlknochen zusammengenommen einen primitiven Gleitflug ermöglichten, also Doppelfunktionen ausübten. (Diese und weitere Beispiele in VOLLMER, 1986, S. 23 ff.)

Auch zum Fliegen gehört mehr als nur Federn und leichte Knochen. Die Flugleistung der Vögel ist mit einer unglaublichen Rechenleistung ihres Gehirns verbunden. Die Koordination der Flugbewegungen, Steuerung, Reaktion auf unterschiedliche Luftströmungen sowie die Fähigkeit, zu starten und zu landen, lässt intelligente Flugzeugkonstrukteure nur staunen, ganz zu schweigen von verschiedenen Navigationssystemen zu Flugroutenbestimmung und Flughöhenregulierung. Außerdem hätte sich das Brutverhalten, Nestbaugewohnheiten, Nahrungsaufnahme und -beschaffung, Energiehaushalt, Kommunikationsverhalten, Blutkreislauf, Muskulatur, Skelett, Knochenaufhängung, usw. verändern müssen. Der Werdegang vom Ei bis zum ausgewachsenen Vogel unterscheidet sich grundlegend von demjenigen etwaiger Echsen (Weitere Einzelheiten siehe Junker/Scherer, Evolution - ein kritisches Lehrbuch, S.89, Kasten).

Dann bleibt noch die Frage nach der Entstehung des Instinkts. Durch Lernen entsteht kein Instinkt, da erworbene Fähigkeiten nicht vererbt werden können (Das Kind eines Pianisten kann nicht automatisch Klavier spielen - und jedes Kind muss eine Sprache neu lernen). Der Instinkt ist möglicherweise Bestandteil der DNS. Kann sich der Instinkt für Brutverhalten, Aufzucht der Jungen, Flugroutenberechnung, Flugsteuerung, usw. durch Defekte im DNS-Code bilden - und zwar zeitgleich mit den Defekten im DNS-Code, die angeblich aus Vorderbeinen Flügel und aus Schuppen Schwung-, Schwanz- und Steuerungs-Federn, usw. machen?

M. Neukamm: Wollten wir nun Evolution simulieren, wie müßte das entsprechende Modell dazu aussehen? Zunächst ist ein Mechanismus anzugeben, der Variationen erzeugt. Dann muß irgendeine Selektionsbedingung formuliert werden, die jede noch so kleine selektionspositive Veränderung fixiert. Diese Schritte sind solange zu wiederholen, bis man eine hinreichend komplexe Information in eine Struktur gebracht hat.

(Dieser Absatz erscheint zweimal hintereinander in Herrn Neukamms Dokument.) Wenn es keine Reproduktion gibt, ist jede Mutation automatisch fixiert, aber eben nur für das mutierte Lebewesen. Der Ausdruck "Variationen" impliziert wieder die Fähigkeit der Fortpflanzung, diese Fähigkeit muss aber erst einmal entstehen; und bis dahin muss Evolution auch ohne Selektion funktioniert haben. Aber wie?


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Last update: 10.09.2014