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Intelligent Design

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Verteidigung der Wahrscheinlichkeitsrechnung - Teil 2

Widerlegung der Einwände gegen die Anwendbarkeit der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf die Evolutionstheorie


Vorbemerkung:

Am 09.09.2002 veröffentlichte ich meine Verteidigung der Wahrscheinlichkeitsrechnung - Teil 1. In dieser Schrift analysierte ich eine Passage (Kapitel 10) des Internetdokuments Besprechung des evolutionskritischen Beitrags: "Ist der Neodarwinismus durch biologische Tatsachen zu widerlegen? Diskussion zwischen R. Kaplan und W. Lönnig" von Herrn Martin Neukamm. Nach meiner Veröffentlichung wurde dieser von mir diskutierte Artikel von Herrn Neukamm durch einen anderen Beitrag, nämlich durch sein Internet-Dokument Evolution oder Schöpfung, Zufall oder Notwendigkeit? - die Argumentation mit der Wahrscheinlichkeit substituiert (ersetzt), den er bereits seit dem 30.04.2000 auf seiner Homepage anbietet (Einzelheiten zu dieser Vorgehensweise findet der Leser in meiner Anmerkung zu Herrn Neukamms Reaktion). Dies geschah offenbar in der Annahme, die Argumentationen in diesem Ersatzartikel seien weniger angreifbar und wissenschaftlich besser abgesichert. Dies ist jedoch nicht der Fall, wie eine Analyse in der vorliegenden Schrift zeigen soll. Ich empfehle dem Leser vor der Lektüre dieser Analyse meine Richtigstellungen (insbesondere Selektion benötigt Voraussetzungen sowie Vorstufen von Zellen), außerdem den Kritikpunkt 7, um einige grundsätzliche Intelligent-Design-Standpunkte zu kennen und zu verstehen.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass Evolutionstheoretiker die Wahrscheinlichkeitsrechnungen von Intelligent-Design-Theoretikern nicht sonderlich schätzen und ihnen zum Teil sogar ihre Anwendbarkeit auf evolutive Mechanismen komplett absprechen. Will man der Evolutionstheorie jedoch eine halbwegs wissenschaftliche Grundlage geben, so ist man gezwungen zu erklären, wie das erste Lebewesen entstand, dass die Fähigkeit besaß, sich eigenständig zu reproduzieren. Verweist man auf irgendwelche Vorstufen, muss man im Sinn behalten, dass diese (noch) nicht lebenden Vorstufen nicht gleichzeitig fortpflanzungsfähig gewesen sein konnten, denn was sich fortpflanzt, das lebt.

Alle zum Leben notwendigen Bestandteile des ersten Lebewesens hätten somit möglichst gleichzeitig in Form von Prototypen (alle für den Stoffwechsel notwendigen Proteine (als Unikate) nebst dazugehöriger Codierung und entsprechendem "Stoff", der "gewechselt" werden kann, usw.) entstehen müssen, die sich irgendwie schnell zusammenfanden und zu interagieren begannen, um das erste Lebewesen entstehen zu lassen. Für dieses Szenario kann man nun gewisse Rahmenbedingungen formulieren (natürlich immer zugunsten der Evolutionstheorie!) und dann für das Auftreten dieses Ereignisses eine statistische Häufigkeit berechnen. Ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens auch nur eines einzigen Bestandteils (z.B.: ein ein Protein codierender DNS-Ausschnitt) bereits unter den günstigsten Bedingungen und bei einem äußerst variablen Sequenzraum, weit außerhalb des Realistischen, kann man die Aussage ableiten, dass dieses Ereignis nicht auftreten konnte. Die Annahme, ein komplettes Lebewesen mit der Fähigkeit zur Eigenreproduktion könne unter den hypothetischen Rahmenbedingungen von selbst entstehen, wäre folglich weit außerhalb des Vorstellbaren.

Zu den günstigen Bedingungen zur Bildung eines Proteins zählen zum Beispiel:

  • Alle in Frage kommenden Aminosäuren sind in unbegrenzter Zahl vorhanden.
  • All diese Aminosäuren sind an jedem Ort gleichzeitig verfügbar.
  • Die Reaktionen laufen unter Laborbedingungen ab (z.B.: reduzierende Atmosphäre, vorhandene Energiequelle, "Ursuppe", usw.)

Diese Voraussetzungen gelten im Grundsatz auch für die Entstehung eines DNS-Abschnitts, der ein Protein codiert.

Diese "idealen" Voraussetzungen kann es in der Praxis niemals geben (siehe den Beitrag Ist die zufällige Entstehung informationstragender Makromoleküle möglich?). Sie werden von Evolutionstheoretikern dennoch vorausgesetzt, und zwar nur deswegen, weil selbst die Bildung von kurzkettigen Moleküle sonst bereits im Ansatz völlig unmöglich wäre - ganz zu schweigen von langkettigen Molekülen, sogenannten Makromolekülen - und Makromoleküle sind nun mal die Grundbausteine des Lebens. Diese Voraussetzungen werden also von dem erhofften Ergebnis entgegen geltenden Naturgesetzen abgeleitet. Der wissenschaftliche Weg ist hingegen genau umgekehrt: Aus bekannten Voraussetzungen werden geltenden Naturgesetzen folgend mögliche Ergebnisse abgeleitet. Lediglich innerhalb der Abstammungslehre steht das Ergebnis bereits zu Beginn als Tatsache fest: Alle Lebewesen entwickeln sich aus Vorstufen (bis auf das erste Lebewesen - das musste aus toter Materie entstehen). Nun wird über Voraussetzungen spekuliert, die dieses Ergebnis trotz gegenteiliger wissenschaftlicher Erkenntnisse und Beobachtungen möglich machen sollen. Bei einer solchen Vorgehensweise darf man das Kind auch beim Namen nennen: Dies ist offenkundig eine Vergewaltigung der Naturwissenschaft im Dienste einer Weltanschauung.

Das Gegenargument, die in Frage kommenden Mechanismen, die das erste Lebewesen entstehen ließen, seien (noch) unbekannt, wird dabei gerne und oft vorgebracht, bringt uns aber auf der Suche nach Antworten auch nicht weiter, da man mit dem Unbekannten den bekannten und beobachtbaren Tatsachen nun mal schlecht widersprechen kann, auch wenn dies innerhalb der Evolutionstheorie scheinbar gang und gäbe ist. Tatsächlich stützt sich die gesamte Evolutionstheorie auf diese unbekannten Mechanismen und folglich wird Spekulationen freier Lauf gelassen. Die Alternative, nämlich, sich auf das zu stützen, was man weiß, anstatt auf angeblich in der Zukunft noch zu machende Entdeckungen, und damit die Evolutionstheorie aufgrund fehlender Erklärungsmöglichkeiten und zahlreicher Gegenbeweise zu verwerfen oder sich zumindest etwas vorsichtiger auszudrücken, um nicht den Eindruck zu erwecken, als sei die ganze Theorie im Grunde schon so gut wie bewiesen - das entspricht nun mal nicht dem Zeitgeist.

Ich denke, dass meine Ausführungen für den Leser die grundsätzlichen Fehler der Argumentation vieler Evolutionstheoretiker deutlich aufzeigen. In diesem Sinne wünsche ich dem Leser erneut eine gewinnbringende Lektüre meiner zweiten Verteidigung der Wahrscheinlichkeitsrechnung!


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Last update: 10.09.2014