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Intelligent Design

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Verteidigung der Wahrscheinlichkeitsrechnung - Teil 1

Widerlegung der Einwände gegen die Anwendbarkeit der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf die Evolutionstheorie


Der Dachziegel:

M. Neukamm: Auch die Aussage Monods, die Entstehung des "Lebens sei so unwahrscheinlich, daß es lediglich ein einziges Mal im Universum existieren könnne", sowie alle derartigen Argumentationsketten, beruhen ausnahmslos auf einem fatalen Denkfehler. Analysieren wir dazu die Aussage des Franzosen. Der erste Teil seiner Aussage beruht auf einer nichtssagenden Banalität, der zweite Teil auf einer unzulässigen Verallgemeinerung.

Daß das "Leben", so wie wir es in allen seinen Details kennen, eine a-priori-Wahrscheinlichkeit von "fast null" besaß, ist nichts anderes als eine Trivialität. Dazu muß man sich einmal klarmachen, daß fast jedes singuläre Ereignis - vor dessen Eintreten - beliebig unwahrscheinlich ist. Stellen wir uns dazu einen Dachziegel vor, der zufällig vom Hausdach fiele. Er knallt also aufs Pflaster und zerspringt in viele große, kleine und mikroskopische Fragmente, die in ihrer Anordnung so einmalig verteilt sind, daß sich die Konfiguration der Splitter, solange die Welt sich dreht, solange Ziegelsteine von Dächern fallen, niemals mehr wiederholen läßt. Daher stellt jedes dieser Ergebnisse a priori ein praktisch unendlich unwahrscheinliches Ereignis dar. Diese Feststellung ist im grunde völlig banal und im grunde völlig bedeutungslos. Sie bekommt nur dann eine scheinbare Bedeutung, wenn man daraus die irrige Schlußfolgerung ableiten wollte, daß aufgrund der extrem geringen Wahrscheinlichkeit, ein singuläres Ereignis in allen Details zu wiederholen, der Mechanismus, der das Ereignis hervorbrachte, schlichtweg unmöglich sei. Um das ganze Ausmaß dieser logischen Fehlleistung zu veranschaulichen, bemühen wir wieder die Metapher des Ziegelsteins. Die Logik, die hinter Monods Aussage steckt, ist identisch mit jener der Aussage:

"Der (konkret beobachtete) Fall eines Ziegelsteins vom Dach eines Hauses, ist in all seinen Details a priori ein so extrem unwahrscheinliches Ereignis, so daß Ziegelsteine prinzipiell nicht von Dächern fallen können."

Der wirren Logik liegt in ausnahmslos allen Fällen also der Kardinalfehler zugrunde, daß die aufgrund quantenstatistischer Prozesse verschwindend geringe a-priori-Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines singulären vergangenen Ergeignisses, mit der Wahrscheinlichkeit für die Existenz des Mechanismus, der dieses Ereignis als Resultat hervorbrachte, gleichgesetzt wird.

Trotz der extremen Unwahrscheinlichkeit des Resultats wissen wir, daß Ziegelsteine nach wie vor von Dächern fallen können. Hier werden, bewußt oder unbewußt, falsche und unlogische Kausalitäten, die gar nicht existieren, erhoben, um die Evolution in den Bereich des Unwahrscheinlichen bzw. Unmöglichen rücken zu können.

Einige Evolutionstheoretiker sind mit dieser Annahme einem fatalen Irrtum aufgesessen.

Wenn ein Dachziegel in beispielsweise 1000 Bestandteile zerspringt, dann ist es unsinnig, für dieses Ereignis eine Wahrscheinlichkeit anzugeben. Man muss in die umgekehrte Richtung gehen und sich fragen: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus diesen 1000 Bestandteilen durch zufällige Anordnung der Splitter ein vollständiger Dachziegel zusammensetzen lässt? [M. Neukamm] Und anstelle der unendlich vielen Kombinationsmöglichkeiten, wird man feststellen, dass es nur eine einzige sinnvolle Zusammensetzung gibt, und zwar diejenige, die der Dachziegel besaß, bevor er zersprang. Und diese Wahrscheinlichkeit ist grundsätzlich mathematisch zugänglich und, so darf ich behaupten, 1 : unendlich. Oder wie es ein Freund mal ausdrückte: "Diese Chance ist kleiner Null". [M. Neukamm]

Wir wollen ja nicht die Wahrscheinlichkeit für einen chaotischen Zustand berechnen (also: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich etwas bildet, was nicht lebensfähig ist), sondern die Wahrscheinlichkeit für einen geordneten Zustand, für Strukturen und systematisch aufgebaute Formen (also: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich etwas von selbst bildet, was lebensfähig ist). Eine Struktur zu zerstören (so wie einen Dachziegel), dafür gibt es natürlich unzählige Möglichkeiten, die sich tatsächlich nicht berechnen lassen. Eine komplexe Struktur aufzubauen, dass lässt sich prinzipiell exakt berechnen. Es lässt sich auch für alle alternativen Strukturen errechnen. Nur: Es kann gar nicht so viele alternative Strukturen geben, dass dies die Wahrscheinlichkeit merklich erhöhen würde!

Wie man von der Unmöglichkeit, einen chaotischen Zustand zu berechnen, auf die Folgerung kommt, dass Ziegelsteine nicht von Dächern fallen können, ist für mich ein Mysterium, wie manch andere Schlussfolgerung in seinem Beitrag. Der von Herrn Neukamm gebrauchte Begriff "wirre Logik" wäre auf sein Dachziegel-Beispiel angewandt vielleicht doch gar nicht so unangebracht. [Kein Kommentar von Herrn Neukamm]

Anmerkung von Klaus Wittlich: Der Vergleich ist absurd, weil es nicht auf irgendeine Anordnung ankommt, sondern auf eine Anordnung, die im Rahmen eines biologischen Kontextes funktioniert. Genauso ist ein umfangreiches Softwarepaket kein Zufallsprodukt, obgleich es sehr viele Bytefolgen hierfür geben mag. Es unterscheidet sich von einem "Bytesalat", der im Rahmen einer rein zufälligen Erzeugung die gleiche Entstehungswahrscheinlichkeit hat, dadurch, dass es spezifische Funktionalität zur Verfügung stellt. Die Zersplitterung eines herabfallenden Ziegelstein liefert jedoch keinerlei Funktionalität. Die Frage muss daher nicht lauten: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für die Anordnung der Splitter, sondern: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für eine durch die Zersplitterung gelieferte Funktionalität?

[M. Neukamm]

M. Neukamm: Entsprechend verhält es sich mit der Aussage Monods, der sich in seine pathetische Vorstellung verliebt hat, daß der Mensch gleichsam allein wie ein "Zigeuner am Rande des Universums" sein Leben fristet. Die zweite Aussage des Franzosen legt (vielfach unausgesprochen und zwischen den Zeilen), deshalb eine illegitime Verallgemeinerung nahe, weil "Leben", aufgrund dessen Unwahrscheinlichkeit, lediglich deshalb "nur ein einziges Mal im Universum entstanden sein könne", weil stillschweigend davon ausgegangen wurde, daß das "Leben" ganz allgemein (ohne Begründung und daher unzulässigerweise) mit dem "Leben, so wie wir es auf der Erde kennen" identisch sein muß. Was Monod letztlich sagt, ist doch folgendes: "Leben (exakt so wie wir es kennen), ist derart unwahrscheinlich, daß es (in ganz allgemeiner Form) kein zweites Mal entstehen kann". Und diese Implikation ist falsch!

Nicht einmal der Nobelpreisträger Dr. Jacques Monod, selbst ein überzeugter Evolutionstheoretiker (Direktor des Institut Pasteur, 1976 verstorben), scheint Herrn Neukamm davon überzeugen zu können, dass die Anwendbarkeit der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf die Evolutionstheorie sehr wohl berechtigt ist. [M. Neukamm, ab hier kommentiert Herr Neukamm nichts mehr, außer meine Anmerkung 4] Eine solche Polemik gegenüber verstorbenen Personen (ob Nobelpreisträger oder nicht) ist besonders verwerflich, da diese zu einer Verteidigung ihrer Person nicht mehr fähig sind. Eine sachliche Auseinandersetzung mit den Gründen, warum Monod die grundsätzliche Anwendbarkeit der Wahrhscheinlichkeitsrechnung auf die Ursprungsfrage gutheißt, erfolgt nicht. Das Unausgesprochene, was Herr Neukamm zwischen den Zeilen der Aussage Monods zu erblicken meint, ist hingegen eine von ihm selbst vorgenommene Interpretation dessen, was Monod vielleicht beim Schreiben gedacht haben mochte. Diese seine Deutung wird dann von ihm selbst als illegitime Verallgemeinerung hingestellt. Das ist eine sehr eigenartige Vorgehensweise.

Monod war sich der fatalen Situation und der akuten Erklärungsnot, in der sich Evolutionstheoretiker in Anbetracht mathematischer Gegebenheiten befinden, offenbar sehr viel bewusster als es viele Evolutionstheoretiker wahr haben wollen.

M. Neukamm: Diese Zusammenhänge sind im Grunde so einleuchtend, daß jedes Kind sie verstehen kann. Der Grund, daß die unermüdlichen Hinweise auf diese Tatsachen seitens Gould, van Ditfurth oder vielen anderen, bei Kreationisten bislang auf unfruchtbaren Boden fielen, liegt also entweder in einem unheilbar pathologischen Logikbegriff begründet oder an der dogmatisch begründeten Unwilligkeit zum logischen Denken.

Es ist menschenunwürdig, Personen, die eine andere Meinung vertreten (ob Intelligent-Design-Theoretiker oder Evolutionstheoretiker), derart zu diffamieren. Alle wissenschaftlich arbeitenden Intelligent-Design-Theoretiker und selbst einen von der Evolutionstheorie überzeugten Nobelpreisträger wie Jacques Monod, der offensichtlich verstanden hat, dass die Anwendbarkeit der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf die Evolutionsfrage berechtigt ist, mit unwissenschaftlich argumentierenden Kreationisten (die es zweifelsohne gibt) in einen Topf zu werfen und dann, sich im Ton vergreifend, über sie herzuziehen, ist höchstens dazu geeignet, das wissenschaftliche Klima zu vergiften. Die meisten Evolutionstheoretiker würden sich sicherlich ebenfalls dagegen verwahren, als unheilbare Kommunisten beschimpft zu werden, nur weil sich Kommunisten die Evolutionstheorie zu eigen machten. Dass sich Herr Neukamm derart undifferenziert über diejenigen äußert, die seine materialistische Weltanschauung nicht teilen, liegt sicherlich nicht daran, dass ihm der Unterschied zwischen wissenschaftlich arbeitenden Intelligent-Design-Theoretiker und religiösen Dogmatikern nicht bekannt wäre. Dogmatiker findet man selbstverständlich auch zu Hauf unter den Evolutionstheoretikern - das sind alle diejenigen, die etwas als Tatsache hinstellen, ohne Beweise dafür liefern zu können!


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Last update: 10.09.2014