K. F. Meis (© 2002-2010)

Intelligent Design

Ein Modell zum Nachweis von Design und Teleologie in der Natur

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Verteidigung der Wahrscheinlichkeitsrechnung - Teil 1

Widerlegung der Einwände gegen die Anwendbarkeit der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf die Evolutionstheorie


Der Lederberg'sche Stempelversuch

M. Neukamm: Wie unrealistisch Wittlichs Annahmen letztlich sind, zeigt der eingangs angesprochene Versuch von Lederberg auf. Nach Wittlich muß die genetische Codierung einer Penicillinase beliebig unwahrscheinlich sein. Trotzdem kommt es, wie Lederberg zeigen konnte, bei Bakterien immer wieder zu spontanen Resistenzen gegen Penicillin, die auf der Synthese eines das Penicillin spaltenden Enzyms, einer Penicillinase, zurückzuführen sind.

Der Lederberg'sche Stempelversuch hat nur 'leider' nichts mit Makroevolution zu tun! Ein ausführlicher und sehr detaillierter Beitrag zu dieser Thematik findet sich unter: Hoimar von Ditfurth und der Lederberg'sche Stempelversuch: Sind Antibiotikaresistenzen Beweise für Makroevolution im Labor? mit anschließender Diskussion (Weitere Einzelheiten in Junker/Scherer "Evolution - Ein kritisches Lehrbuch", 2001, 5. Auflage, S.108,109).

Anmerkung von Klaus Wittlich: Der Lederberg'sche Stempelversuch zeigt, dass die Resistenzen schon vorher vorhanden waren (Gesetz der rekurrenten Variation).

[M. Neukamm]

Anmerkung von Klaus Wittlich: Die Voraussetzungen in meiner Wahrscheinlichkeitsrechnung sind andere: Ich betrachte das Szenario, dass noch kein Leben existiert und sich dann Leben mit Enzymen entwickelt. Wenn tatsächlich Penicillinasen entstehen, dann legt das den Schluss nahe, dass das im Versuch bereits vorhandene Leben mit Enzymen ausgestattet ist, die zu Penicillinasen nur noch geringe Unterschiede aufweisen. Bei diesen geringen Unterschieden kann dann eine Penicillinase noch zufällig gefunden werden. Mein Artikel über die Wahrscheinlichkeitsrechnung geht aber von anderen Voraussetzungen aus.

[M. Neukamm]

Anmerkung von Klaus Wittlich: Vor einigen Jahren wurde mir im Rahmen eines Sanitätshelferkurses folgender Fall berichtet: In Folge eines Arbeitsunfalls schluckte ein Mann Zyankali, was für ihn aber keine negativen Folgen hatte. Der Mann war starker Alkoholiker und bei ihm bildete sich daher keine Magensäure mehr. Daher wurde das Zyankali auch nicht zu Blausäure zersetzt. Der Mann überlebte, weil er bestimmte biologische Fähigkeiten nicht mehr hatte, die ihm in diesem Kontext gefährlich geworden wären. Er überlebt nicht, weil er neue Fähigkeiten entwickelt hatte, sondern weil er Fähigkeiten, die in diesem Fall für ihn tödlich gewesen wären, verloren hatte. Dass beim Lederberg'schen Stempelversuch durch die Immunität zwingend neue Funktionalitäten entstanden sind, kann daher nicht gefolgert werden.

[Kein Kommentar von Herrn Neukamm]

M. Neukamm: Die mißbräuchliche Diskussion der Wahrscheinlichkeit, die alle Kreationisten seit Jahrzehnen in den verschiedenstens Varianten bemühen, um die Evolution als äußerst unwahrscheinlichen Prozeß darzustellen, ist symptomatisch für die schizophrene Logik, die ihrer gesamten Argumentation zugrunde liegt.

Da die Sachlichkeit einer Argumentation in aller Regel von ihrer Stichhaltigkeit abhängt, drängt sich mir die Frage auf, wieso sich Herr Neukamm eines solch provokanten und unsachlichen Schreibstils bedient. [M. Neukamm]

M. Neukamm: Eine beliebte, bis zum Überdruß strapazierte Variante ist Thorpes Beispiel der Affenhorde, die auf 100 Schreibmaschinen herumhämmert, in der Hoffnung, durch Zufall eine von Shakespeares Werken zu reproduzieren. Die Wahrscheinlichkeit, daß dies über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum gelänge, sei Hekatomen mal größer als die Wahrscheinlichkeit, durch Zufall ein Enzym, wie das Cytochrom C entstehen zu lassen. In die Alltagssprache übersetzt heißt dies, es ist unmöglich. Tatsächlich läßt sich die Wahrscheinlichkeit, die festgelegte Aminosäuresequenz einer Enzymkette aus 100 Gliedern, mit 1 : 20100 berechnen.

Die Wahrscheinlichkeit, diese Aminosäuresequenz zufällig zu erhalten, lässt sich nur dann mit 1 : 20100 angeben, wenn man von dem Idealfall ausgeht, dass nur die richtigen 20 Aminosäuren zur Verfügung stehen, und zwar von jeder dieser Aminosäuren unbegrenzt viele. In Anbetracht der tatsächlichen Anzahl existierender Aminosäuren, ist dieser Idealfall aber auszuschließen. Hier wird ein Zustand einfach vorausgesetzt, der niemals existieren kann, um die Wahrscheinlichkeit erheblich heraufzusetzen.

Aus einem Aminosäuren-Pool bestehend aus 100 verschiedenen Aminosäuren immer nur die 20 in Frage kommenden herauszugreifen, ist bereits bei einer Kette aus 112 Aminosäuren unwahrscheinlicher, als aus allen Atomen des Universums beim ersten Versuch ein ganz bestimmtes herauszugreifen.

1 : 1078 = 1 : 5111,59

Völlig unberücksichtigt bleibt dabei noch die Tatsache, dass sich langkettige Moleküle aus einem Pool von organischen Verbindungen, wie er im sogenannten Miller-Experiment erzeugt wurde, gar nicht bilden können, da nur eine einzige "falsche" Aminosäure genügt, um die Kette abzuschließen. [M. Neukamm] Wie dann auch noch eine sinnvolle Bedeutung in die Aminosäuresequenz gekommen sein soll, bleibt dem Leser ebenfalls ein Rätsel. Wie dann der Zufall auf die Idee gekommen sein soll, eine Aminosäuresequenz mithilfe eines DNS-Moleküls zu codieren, und was zuerst da war, das DNS-Molekül oder die Aminosäuresequenz, und wieso es spontan zu einer der kompliziertesten Interaktionen gekommen ist, usw., bleibt vor diesem Hintergrund völlig im Dunkeln.

Die Ursprungsfrage von der Deszendenzfrage in diesem Zusammenhang zu trennen, ist sicherlich eine bequeme Vorgehensweise, um den zweiten Schritt ohne den ersten machen zu können. Beide Fragen sind jedoch untrennbar miteinander verbunden, denn etwas, was nie begonnen hat, kann auch niemals weiter gelaufen sein. Man braucht sich also keine Gedanken darüber zu machen, wie eine bereits bestehende Aminosäuresequenz eine Veränderung durchlebt (und dafür eine Wahrscheinlichkeit angeben), wenn es die vorausgesetzte Aminosäuresequenz überhaupt nicht geben kann. Dass sich Intelligent-Design-Theoretiker dennoch darauf einlassen, Schritt 1 gedanklich zu überspringen und sich mit Schritt 2 zu beschäftigen, liegt daran, dass man an jeder beliebigen Stelle nachweisen kann, dass eine Evolution unmöglich ist. [Kein Kommentar von Herrn Neukamm]

M. Neukamm: Derart verschwindend geringe Wahrscheinlichkeiten lassen sich indes auf alle zufällig entstandenen Baupläne und Enzyme übertragen. So schreibt Remine, um derart infinitesimal kleine Wahrscheinlichkeiten zu veranschaulichen:

"If you flipped an honest coin once a second continuously around the clock, then you would require 200 thousand billion times the maximum estimated age of the universe to flip a trial of 100 heads. This is no exaggeration. On average it would require that much time. This narrative description explain the extremly low probability in terms we can humanly grasp (...) ."

Monod folgerte daraus, daß angesichts derart kleiner Wahrscheinlichkeiten (die, um eine modernere Variante der Veranschaulichung zu gebrauchen "millionenmal größer sei, als 100 mal hintereinander sechs Richtige im Lotto zu bekommen"), "das Leben ein solch unausdenkbar unwahrscheinliches Ereignis gewesen sein muß, daß Leben fürwahr lediglich ein einziges Mal im Universum existieren kann".

Ich möchte an dieser Stelle behaupten, dass das Leben überhaupt nicht hätte entstehen können - auch nicht ein einziges Mal - wäre alles dem Zufall überlassen geblieben (Zur Begründung siehe Richtigstellung: Dinosaurier-Eierschalen). [M. Neukamm]

M. Neukamm: Zweifelsohne sind die statistischen Berechnungen, so wie sie auf dem Papier stehen, in allen Fällen ausnahmslos richtig.

Auch Intelligent-Design-Theoretiker können rechnen!

M. Neukamm: Zu diskutieren ist jedoch die Frage, inwieweit diese Beispiele mit Evolution überhaupt noch irgendetwas zu tun haben.

Wenn die Evolutionstheorie wirklich eine naturwissenschaftliche Theorie ist, dann sind mathematische Überlegungen eine Möglichkeit, den Wahrheitsgehalt zu prüfen (siehe Richtigstellung: Falsifizierbarkeit). Ich halte es für eine schlechte Ausrede, zu behaupten, mathematische Gesetzmäßigkeiten würden in evolutiven Abläufen nicht gelten. Das legt in mir die Vermutung nahe, dass hier, in Anbetracht der erdrückenden Beweislast gegen die Evolutionstheorie, versucht wird, eine mathematische Herangehensweise zu unterbinden, um eine liebgewonnene Theorie nicht aufgeben zu müssen. Die Folgen eines etwaigen Sinneswandels auf breiter wissenschaftlicher Front hätte ja auch schwerwiegende Auswirkungen auf die gesamte westliche Gesellschaft: Ein materialistisches Weltbild würde zusammenbrechen. Plötzlich würde man wieder ungestraft über Gott reden dürfen. Die Wissenschaft hätte noch lange mit Glaubwürdigkeitsproblemen zu kämpfen, usw. [Kein Kommentar vor Herrn Neukamm]

Es scheint tatsächlich sehr viel bequemer zu sein, alle, die für eine intelligente Ursache des Lebens und die uneingeschränkte Gültigkeit von Naturgesetzen eintreten, der Lächerlichkeit preiszugeben, indem man sie mit vereinten Kräften öffentlich als ungebildete "Möchtegern-Wissenschaftler" diffamiert, die dogmatisch an veralteten religiösen Wahnvorstellungen festhalten. Mir will einfach kein anderer Grund einleuchten, der die Anwendung solch unfairer Mittel erklärt, als das eben jene Personen ihre eigene materialistische Position nicht mit wissenschaftlichen Tatsachen verteidigen können und daher gezwungen sind, zu eben jenen unredlichen Mitteln Zuflucht zu nehmen. [M. Neukamm]

M. Neukamm: Tatsächlich stand die Evlolution zu keiner Zeit vor der Aufgabe, ein in einer geheimnisvollen Weise "vorherbestimmtes" Enzym zu reproduzieren, vielmehr ist das genaue Gegenteil der Fall.

Um das in nicht mehr überbietbarer Weise mißratene Beispiel der Affenhorde metaphorisch aufzugreifen, hat die Evolution "die Affen", sagen wir, einige hundertmillionen Jahre auf "den Schreibmaschinen herumhämmern lassen" um dann mit den Schriften zu arbeiten, die vom statistischen Mittelwert mehr oder weniger stark abwichen. Das bedeutet, sie wird diejenigen Gensequenzen wählen, die Proteine codieren, die irgendeine katalytische Aktivität, und sei sie auch noch so gering, entfalteten, um den Besitzern einen Vorteil zu bescheren.

Es enttäuscht mich ein wenig, dass jemand, der ja offenbar an die permanente Höherentwicklung der Lebewesen glaubt, nicht auf den (zumindest für ihn) naheliegenden Gedanken gekommen ist, dass in etwa 20 Million Jahren sowieso alle Primaten (eventuell sogar manch andere Säugetierart) die Intelligenz heutiger Menschen haben werden, so dass mit Sicherheit ein Shakespeare darunter sein wird, der auch noch Schreibmaschine schreiben kann. (Das soll keine Polemik sein. Es sollte sich in den Ohren derjenigen, die eben diese Entwicklung ohne Probleme in die vergangenen 20 Million Jahre projizieren können, auch nicht so anhören.)

M. Neukamm: Und dann genügen bereits einige Millionen Aminosäurepermutationen (das läßt sich experimentell zeigen), und "das ganze Problem löst sich in Rauch auf" (van Ditfurth).

Solche Sätze sind bezeichnend für die Leichtigkeit, mit der manche Evolutionstheoretiker unlösbare Probleme ihrer Theorie beiseite schieben. Van Ditfurth heißt übrigens von Ditfurth. [Bis hierhin kein Kommentar von Herrn Neukamm]

M. Neukamm: Selbst wenn man ein ganz bestimmtes Funktionsprotein zufällig erzeugen wollte, genügten dazu bereits einige wenige Aminosäuren, die an bestimmten Positionen sitzen. Die Wahrscheinlichkeit, ein solches Enzym statistisch zu erschaffen, berechnete Kaplan mit bereits 10-10 bis 10-14 (siehe Kämpfe, 1992). Der Lederbergsche Stempelversuch zeigt eindeutig, daß eine solche evolutive Entstehung unter entsprechenden Selektionsdrücken unausweichlich ist.

Ich gebe es zu: Die Hervorhebung im Text stammt von mir.

Ja, der Lederberg'sche Stempelversuch zeigt anschaulich, wie Mikroevolution funktioniert. Die Begriffe Mikroevolution und Makroevolution synonym zu verwenden, so als handle es sich hier um das Gleiche, ist entweder auf Unwissenheit oder auf eine gezielte Irreführung zurückzuführen. Hier noch einmal der Unterschied: [M. Neukamm]

Mikroevolution: Sie baut vorhandene Strukturen ab oder variiert sie, dünnt den Genpool aus oder verändert ihn. Es kommt nie zu einer mutativen Bildung und Anreicherung völlig neuer Gene und Genwirkketten sowie nicht-reduzierbarer komplexer Strukturen. Mikroevolution ist beobachtbar. Rassenbildung ist ein typisches Ergebnis der Mikroevolution.

Makroevolution: Sie soll komplexe Strukturen aufbauen, die vorher nicht vorhanden waren. Es soll zu einer mutativen Bildung und Anreicherung völlig neuer Gene und Genwirkketten kommen. Dadurch sollen völlig neue Arten und höhere systematische Kategorien entstehen. Makroevolution ist eine Hypothese.

Aus der Variation bzw. dem Verlust an Information auf deren Aufbau zu schließen, ist unsinnig. Ein Haus zerfällt von selbst, aber das ist kein Hinweis (geschweige denn ein Beweis) dafür, dass sich das Haus auch selbst aufgebaut hat. [M. Neukamm]

Auch die Summe vieler Mikroevolutionen stellt keine Makroevolution dar, sondern geht mit zunehmender Spezialisierung und dadurch mit Einschränkung des Anpassungspotentials einher. Das heißt: Mit jeder Mikroevolution wird eine weitere Mikroevolution - bei gleichzeitigem Erhalt der Lebenstauglichkeit des Lebewesens - prinzipiell unwahrscheinlicher. Die beobachtbare Mikroevolution und die hypothetische Makroevolution sind gegenläufig! [M. Neukamm]


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Programmierung: © 2008-2010, meis software-engineering
Last update: 10.09.2014