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Intelligent Design

Ein Modell zum Nachweis von Design und Teleologie in der Natur

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Verteidigung der Wahrscheinlichkeitsrechnung - Teil 1

Widerlegung der Einwände gegen die Anwendbarkeit der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf die Evolutionstheorie


Der Denkfehler:

M. Neukamm: Daraus läßt sich eine eminent wichtige Schlußfolgerung ableiten: Evolution mußte sich nicht notwendigerweise in den uns bekannten Formen und Bauplänen manifestieren, vielmehr besitzt sie unendlich viele Freiheitsgrade. Nur wer fälschlicherweise bzw. aufgrund ideologisch fixierter Vorurteile voraussetzt, daß nur ein konkreter beobachtbarer Bauplan zwingend entstehen mußte, kann diese Argumentation bemühen.

Das ist falsch! Es sind nicht "unendlich viele Freiheitsgrade", sondern endlich viele. Im Übrigen hat Klaus Wittlich in seinen Berechnungen die vielen Spielarten eines Bauplans einkalkuliert. [M. Neukamm]

Ich möchte diese Argumentation einiger Evolutionstheoretiker gegen die Wahrscheinlichkeitsrechnung im Evolutionsmodell einmal an einem konkreten, leicht verständlichen Beispiel aufzeigen und durchrechnen:

Sie bekommen die Aufgabe, den Roman Robinson Crusoe mit einem Text bestehend aus 1000 Buchstaben zusammenzufassen. (Das sind ungefähr 10 Sätze.) Es sind alle Buchstaben des deutschen Alphabets, das Leerzeichen, der Punkt, das Fragezeichen und das Ausrufezeichen erlaubt, also insgesamt 34 verschiedene Zeichen. (Wir wollen uns der 'Einfachheit' halber auf Großbuchstaben beschränken.) Sie liefern ihre Arbeit ab und jemand berechnet die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Text per Zufallsgenerator erstellt werden kann. Er rechnet so:

1 : 341000 = 1 : 3,01 x 101531.

Die Chance, dass dieser Text zufällig entsteht, ist somit 1 : 3,01 x 101531. [M. Neukamm, Die folgenden Absätze wurden von Herrn Neukamm nicht kommentiert]

Die Argumentation einiger Evolutionstheoretiker ist nun, dass man die Zusammenfassung ja auch in andere Worte hätten kleiden können. Würde man den Auftrag 1.000.000 Personen geben, kämen womöglich 1.000.000 verschiedene Texte heraus, die sich alle (wenn vielleicht teilweise auch nur geringfügig) voneinander unterscheiden. Das könnte jemanden dazu verleiten, anzunehmen, dass es unendlich viele Texte geben kann, die eine korrekte Zusammenfassung des Romans bilden. Aber diese Vermutung ist falsch! Begrenzt wird die Anzahl der sinnvollen Buchstabenkombinationen nämlich durch mehrere Faktoren: Es müssen orthografisch korrekte deutsche Worte sein, die den grammatischen Regeln folgen und ihre Funktion korrekt ausführen, nämlich einen ganz bestimmten Roman zusammenzufassen. Die Zahl an möglichen Wortkombinationen mag groß sein. Aber selbst wenn es so viele Textvariationen geben würde, wie es Atome im Universum gibt, würde sich an der geringen Wahrscheinlichkeit nichts merklich ändern:

1 : 3,01 x 101531 / 1078 = 1 : 101531-78 = 1 : 101453

Die Argumentation besitzt somit keine Substanz. Ich habe sie, nebenbei bemerkt, auch noch nie von einem Mathematiker gehört oder gelesen.

Substanz bekommt sie auch dadurch nicht, dass Herr Neukamm sie im nachfolgenden Text noch einmal aufgreift und wiederholt:

M. Neukamm: Wir wollen einmal annehmen, der Evolution stände tatsächlich nur eine einzige Möglichkeit offen, um auf einen Druck von außen reagieren zu können, sie liefe also in einem "eindimensionalen Phasenraum" ab.

Klaus Wittlich ging nie von 'einer einzigen Möglichkeit' aus, wie Herr Neukamm dies im folgenden Absatz selbst beiläufig erwähnt: [Bis hierhin kein Kommentar von Herrn Neukamm]

M. Neukamm: Selbst unter dieser Annahme, die mit der Realität jedoch nicht mehr das geringste zu tun hat, ist Wittlichs Argumentation mit der Wahrscheinlichkeit fehlerhaft. Wittlich demonstriert uns anhand der zufälligen (mutativen) Bildung des Hämoglobins, wie unwahrscheinlich dieser Prozeß sein müsse, selbst wenn man annähme, daß die Aminosäuresequenz um bis zu 40% variabel ist.

Hier gibt Herr Neukamm nun endlich zu, dass Klaus Wittlich die 40%ige Variabilität in seine Berechnungen bereits einkalkuliert hat. Was soll dann aber seine gesamte Argumentation bis zu diesem Punkt? [M. Neukamm]

M. Neukamm: Er übersieht jedoch, daß nicht ausschließlich bzw. spontan Hämoglobin entstanden zu sein braucht. Die entscheidende Eigenschaft des Hämoglobins und die anderer Enzyme ist die Fähigkeit, eine bestimmte Reaktion zu katalysieren. Wie man jedoch weiß, sind unzählige, zumeist bereits sehr einfach gebaute Polypeptide in der Lage, jeweils dieselbe Reaktion zu ermöglichen. Für jede Reaktion existieren also Hekatomben biotischer und abiotischer Substanzen, die die spezifische Aufgabe eines komplizierten Enzyms übernehmen können. Greifen wir das Cytochrom C heraus: Die katalytische Wirkung dieses Enzyms, das aus 104 Aminosäuren aufgebaut ist, beruht einzig und allein auf seiner Eigenschaft der Redoxamphoterie. Es ist in der Lage, reduziert und wieder oxidiert zu werden, indem in der Atmungskette formal Elektronen bzw. Hydridionen gebunden und wieder übertragen werden. In der Chemie kennt man unzählige Verbindungen, Enzyme und Proteinoide, die diese Eigenschaft aufweisen. Das abiotische Chinon ist bereits in der Lage, diese Aufgabe zu übernehmen. Daher kann kein Mensch ernsthaft behaupten wollen, nur das Hämoglobin sei in der Lage, die spezifische, ihm eigene Stoffwechselreaktion zu gestatten. Vielmehr existieren viele gleich gut geeignete Biokatalysatoren. Daß ausgerechnet das Hämoglobin "das Rennen machte", ist also bloßer Zufall.

Das wäre etwa so, als würde ich behaupten: "Durch eine zufällige Buchstabensequenz musste ja nicht unbedingt der Roman Robinson Crusoe entstehen, es hätte genauso gut ein anderer Roman (z.B.: Moby Dick oder Der Graf von Monte Christo) entstehen können. Dass ausgerechnet Robinson Crusoe 'das Rennen machte', ist also bloßer Zufall". Das ist Unsinn. Kein Roman entsteht zufällig! [M. Neukamm]

Es handelt sich in Wahrheit nur um eine Wiederholung des substanzlose Arguments von eben. [M. Neukamm] Dass es auch andere (angeblich "unzählige", tatsächlich natürlich in ihrer Anzahl begrenzte) Verbindungen gibt, die das Hämoglobin ersetzen könnten, ist irrelevant. Selbst wenn es so viele chemische Verbindungen gäbe wie Atome im Universum, würde sich die Wahrscheinlichkeit nicht merklich erhöhen:

1 : 1,15 x 10602 / 1078 = 1 : 1,15 x 10602-78 = 1 : 1,15 x 10524 (bei durchschnittlich ähnlichem Komplexitätsgrad). [M. Neukamm]

Dass sich da dann zufällig auch noch das hervorragende Hämoglobin entwickelt haben soll, dass sehr viel effektiver arbeitet als etwaige andere Biokatalysatoren, mag da geradezu grotesk klingen. [M. Neukamm]


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Last update: 10.09.2014