K. F. Meis (© 2002-2010)

Intelligent Design

Ein Modell zum Nachweis von Design und Teleologie in der Natur

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Richtigstellung: Ordnung ist nicht gleich Information

Es besteht ein Unterschied zwischen Ordnung und Information. Hier ein konkretes Beispiel:

Die Binärfolge: 11111111111111111111111111111111 ist ein Beispiel für Ordnung. Der Informationsgehalt ist jedoch gering.

Die Binärfolge: 01001000010000010101010101010011 ist ein Beispiel für entweder Information oder Chaos. Durch die Komplexität der Folge entzieht sich dieses Beispiel der unmittelbaren Zuordnung. Ein Informationsgehalt ist nicht unmittelbar erkennbar. Es könnte sich auch um eine Zufallsfolge ohne irgendeine brauchbare Information handeln.

Die obere Sequenz ließe sich auch mit "32 mal eine 1" codieren (in diesem Fall komprimieren), da es sich um ein klares Muster handelt. Das zweite Beispiel ist nicht komprimierbar, da es kein klares Muster (Pattern) enthält. Ein Mathematiker oder Informatiker kann jedoch unter Umständen ein Muster in diesem Code erkennen, da ihm verschiedene binäre Codierungsmöglichkeiten bekannt sind. Er wird wahrscheinlich recht schnell zu dem Ergebnis kommen, dass diese Binärfolge das ASCII-codierte Wort "HAUS" darstellen könnte aber nicht notwendigerweise muss.

Könnte nun jemand auf diese Weise den genetischen Code lesen, könnte er uns sicherlich mehr darüber sagen, wie komplex und unveränderlich diese Code ist. Informationstragender Code lässt sich nicht einfach schrittweise in einen anderen Code umwandeln, der bei jedem Schritt eine andere vernünftige Information enthält (siehe dazu den Kritikpunkt 3).

Mithilfe des Zufalls kann weder Ordnung noch Information erzeugt werden. Naturgesetze können hingegen Ordnung erzeugen (Das ist schließlich der Grund ihrer Existenz), sie können aber keine komplexe Information erzeugen. Für Information ist Intelligenz zwingend erforderlich! Die vorgebrachten Beispiele (wie das veränderte Würfelbeispiel), die die Selektion erklären sollen, sind nichts weiter als rudimentäre Algorithmen und können bestenfalls ein Muster erzeugen, denn sie folgen einfachen mathematischen Regeln, aber sie können keine Information hervorbringen.

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Abb 1: Fraktal.
Eine durch Algorithmen erzeugte komplexe Grafik enthält keine spezifische Information.
Man sollte sich von der Komplexität mancher Strukturen nicht täuschen lassen: Auch die grafische Darstellung einer Julia-Menge (komplexe Zahlen nennt man nicht umsonst "komplex") ist ein Beispiel enormer virtueller Komplexität als Ergebnis einfachster Algorithmen. Dennoch enthält auch das aufwendigste Fraktal keine Information. Es lässt sich nämlich durch einen einfachen Algorithmus und einige Parameter beschreiben. Echte Information lässt sich nicht auf diese Weise komprimieren. Und selbst der simple Algorithmus, der Fraktale wie das nebenstehende Bild erzeugt, wurde (das weiß ich definitiv) von einem intelligenten Programmierer erzeugt!

Zur Erzeugung von Information ist Intelligenz unabdingbar! Computer können Informationen verarbeiten, aber nicht erzeugen - es fehlt ihnen die Intelligenz, die Kreativität und die Motivation. Selbst künstliche Intelligenz, die manchmal auf verblüffende Weise natürliche Intelligenz in ganz spezifischen und stark eingeschränkten Aufgabengebieten simulieren kann, ist das Ergebnis natürlicher Intelligenz. Es gibt kein Naturgesetz, das komplexe Information erzeugen könnte. Selbst ein so hochkomplexes Regelwerk wie ein Softwareprogramm, das natürlich mit einfachen Naturgesetzen, die für Mutation und Selektion zuständig sind, nichts mehr gemein hat, und das mithilfe massiven Einsatzes von Intelligenz entwickelt wurde, kann echte Intelligenz letztendlich nur mangelhaft simulieren. Ein Beispiel für die Unzulänglichkeit von Algorithmik, wenn es um die Simulation von Intelligenz geht, sind Übersetzungsprogramme - ein Computer hat keine Ahnung, was die Worte bedeuten, die er übersetzt. Das folgende reale und unveränderte Beispiel soll zeigen, was herauskommt, wenn man die Übersetzung einer Anleitung zur Inbetriebnahme einer Deckenlampe komplexen Algorithmen überlässt:

Anleitung zur Montage einer Deckenlampe "ANWEISUNG FÜR DIE MONTAGE:
1) Erstmal das Elektrischkabel in die Dekenlampe durch die nähest Bördenloch zu der Lampenfassung einstecken, dann die Dekenlampe an den Dachboden einschlagen.
2) Ziehen dann, das Elektrischkabel und häuten die drei Spitzen für 7 mm. Verbinden die Gelb/Grune Erdeskabel über die Verkupfernschraube (T) und die anderen zwei wie in die figur (1).
3) Schrauben die Birne an der Lampenfassung und ergänzen der Einbau mit der Befestigung des Glasses mit den Schraube.
ACHTUNGBITTE: NEHMEN DIE SPANNUNG AB ABER ERST DIE ELEKTRISCHEN VORHER MACHEN, ODER DIE BIRNE BEFESTIGEN AUS. Gebrauchen die Scheiden, um die Eintrittkabeln zu schützen."

Hier geht es wohlgemerkt nur um die Übersetzung einer bereits bestehenden (durch Intelligenz erstellten) Information in eine andere Sprache durch (mit Intelligenz entwickelte) ausgeklügelte Software und nicht um die Entstehung von Information durch ein einfaches Naturgesetz. Das zeigt anschaulich, wie hoffnungslos überfordert Naturgesetze sind, wenn es um die Erstellung von komplexen Informationen, wie sie in einem DNS-Molekül enthalten sind, geht.

Inwieweit sich künstliche Intelligenz in der Zukunft an natürliche Intelligenz annähert, bleibt abzuwarten - derzeit schlägt das menschliche Gehirn den Supercomputer IBM Pacific Blue was die Rechenleistung angeht etwa um den Faktor 500000, d.h. man benötigt eine halbe Million Supercomputer, die zusammen eine Energie von 2 Billion Watt verbrauchen würden, um die Rechenleistung eines einzigen menschlichen Gehirns zu erreichen, das 20 Watt benötigt (und davon gibt es weltweit über 6 Milliarden). Es scheint schwer vorstellbar, dass eine Maschine allein wegen mangelnder Rechenleistung derzeit kein Selbstbewusstsein, keine Kreativität, keine Sinn für Humor und Schönheit, keine Religiosität, keine Gefühle und keine moralischen Werte besitzt. Wie auch immer man echte Intelligenz definiert - sie hat wohl tiefere Ursachen als nur die ausreichende Rechengeschwindigkeit. Das erkennt man bereits daran, dass sich das Gehirn eines Tiers vom Aufbau augenscheinlich kaum von dem Gehirn eines Menschen unterscheidet - und trotzdem fehlt dem Tier all das, wodurch sich echte Intelligenz definiert - ein Tier kann gegen seine "Programmierung" nicht verstoßen. Aus diesem Grund klatscht eine Stubenfliege immer wieder gegen das gleiche Fenster und das Verhalten einer Maus vor einer Mausefalle ist vorhersehbar. Daher gibt es kein Tier, das über eine syntaktische Sprache verfügt, Fragen stellt oder sich mit Mathematik beschäftigt.

Aber selbst wenn man, wie in dem Film Contact, eine Primzahlensequenz aus dem Weltraum empfangen würde, so würde man unwillkürlich auf eine intelligente Ursache schließen, obwohl hier ein recht simpler Primzahlenalgorithmus dahinter steckt, der zunächst nicht intelligent ist und daher von einem einfachen Algorithmus stammen könnte. Aber der Algorithmus ist immerhin komplex genug, um hinter ihm eine intelligente Ursache zu vermuten. Die Annahme, dass eine Zufallszahlenfolge mit einer Pimzahlenfolge übereinstimmt, wird selbst bei den Primzahlen zwischen 0 bis 100 so unwahrscheinlich, dass es auf diesem Planeten sicherlich keinen Wissenschaftler gibt, der dann noch an einer intelligenten Ursache zweifeln würde (auch wenn diese Ursache nicht unbedingt nichtmenschlichen Ursprungs sein muss). Dies liegt ganz einfach an der extrem geringen Wahrscheinlichkeit von 1:1050, dem Wert, der von Matematikern allgemein mit 0 gleichgesetzt wird (hier die Primzahlen von 1 bis 100: 1, 3, 5, 7, 11, 13, 17, 19, 23, 29, 31, 37, 41, 43, 47, 53, 59, 61, 67, 71, 73, 79, 83, 89, 97).


Design: © 2008-2010, meis design-studio
Programmierung: © 2008-2010, meis software-engineering
Last update: 10.09.2014