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Intelligent Design

Ein Modell zum Nachweis von Design und Teleologie in der Natur

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Richtigstellung: Definition des Begriffes Selektion

Herr Martin Neukamm definiert den Begriff Selektion in seiner Schrift Besprechung des evolutionskritischen Beitrags: "Ist der Neodarwinismus durch biologische Tatsachen zu widerlegen? Diskussion zwischen R. Kaplan und W. Lönnig" folgendermaßen:

M. Neukamm: Selektion: natürlicher Mechanismus, der die "tüchtigsten" und "fitesten" Gene bzw. Individuen einer Art "auswählt".

Diese Definition ist m.E. irreführend und ein typisches Beispiel für eine durch die Evolutionstheorie geprägte Begrifflichkeit. Selektion wählt niemals das tüchtigste, fitteste oder tauglichste Individuum aus, sondern das untauglichste. Es mag der Eindruck entstehen, dieser Unterschied sei trivial, da in jedem Fall das Taugliche vom Untauglich getrennt würde. Dieser Eindruck ist jedoch vordergründig. Obige Definition lenkt nämlich die Aufmerksamkeit auf das eine Exemplar, dass einen Überlebensvorteil gegenüber seinen Artgenossen hat. Aber was ist mit den anderen? In Wahrheit sollte man seine Aufmerksamkeit auf die gesamte Population richten, die sich nicht verändert hat. Sie wäre ja durch einen geringen Vorteil eines einzigen Exemplars auf einen Schlag untauglich und müsste ausselektiert werden, damit der genetische Vorteil überhaupt Chancen hat, sich zu fixieren, denn durch wiederholte Kreuzung mit nichtveränderten Exemplaren ginge der Vorteil ja wieder verloren.

In Großbritannien gibt es derzeit 37.500.000 Kaninchen. Stellen wir uns vor, ein Exemplar könnte durch eine Mutation plötzlich 5% schneller hoppeln. Nehmen wir ferner an, dies sei ein Überlebensvorteil. Dieses eine schnellere Kaninchen müsste jedoch nicht ausselektiert werden, damit sich dieser "Vorteil" fixieren kann, sondern die 37.499.999 langsameren Kaninchen müssten selektiert werden, da diese ja nun untauglich geworden sind. Kann aber ein "verbessertes" Exemplar die Selektion bei 37.499.999 Kaninchen auslösen?

Eine Selektion selektiert nicht auf eine positive Veränderung hin, sondern auf den Erhalt des Bestehenden, indem sie jede negative Veränderung ausfiltert. Das erkennt man bei Züchtungen von Pflanzen und Tieren, die der Mensch vorgenommen hat. Kaum ein vom Menschen gezüchtetes Exemplar eines Lebewesens hätte eine Überlebenschance gegenüber den Wildformen. Jede Züchtung würde von der Selektion ergriffen und vernichtet, denn für das Lebewesen selbst ist jede Züchtung ein Nachteil. Wenn der Mensch ein Lebewesen durch fürsorgliche Pflege vor der natürlichen Selektion bewahrt, kann es Veränderungen erfahren (Mikroevolution, Beispiel: Wolf (angenommene Ursprungsform) - Dackel (Krüppelzüchtung)). Diese Veränderungen sind allesamt zum Nachteil für das Individuum, und wären in der freien Natur niemals entstanden, da dies von der Selektion verhindert worden wäre. Es geht bei der Selektion somit um Schadensbegrenzung und Eindämmung von Veränderungen und nicht um fortschreitende Verbesserung, die Veränderungen voraussetzt. Der Selektion werden durch obige Definition Fähigkeiten zugesprochen, die sie gar nicht besitzt. Grundsätzlich wirkt Selektion stabilisierend und nicht variierend. Verändert sich doch mal ein Lebewesen geringfügig (Mikroevolution - eine horizontale oder abwärtsgerichtete Entwicklung), dann nicht wegen, sondern trotz Selektion.

Außerdem scheint man gerne die Tatsache zu vergessen, dass eine Selektion - sofern sie tatsächlich imstande sein sollte, alle Lebewesen einer Art auszusieben, damit sich ein durch positive Mutation verbessertes Individuum und dessen Nachkommen besser angepasst durchsetzen können - ein Flaschenhalsproblem impliziert, das Züchter sämtlicher Arten von Lebewesen fürchten. Die Reduzierung eines Bestandes von Tieren oder Pflanzen auf wenige Individuen geht mit einer Reduzierung der Anpassungsfähigkeit an etwaige zukünftige Umweltänderungen einher. Der hypothetische Vorteil, den eine Selektion auf diese Weise zustande gebracht haben soll, wäre mit einem unbezahlbar hohen Preis erkauft worden. Eine Reduzierung einer Spezies auf wenige Exemplare steht eine Art nur ein paar mal durch bevor sie ausstirbt. Aufgrund dieser verheerenden Folgen ist Inzest beim Menschen verboten und Überzüchtung bei Tieren durch Rückkreuzung bedenklich (Beispiel: Kampfhunde). Aber gerade diese Form von Inzucht soll gemäß der Evolutionstheorie die Vielfalt der Lebewesen zustande gebracht haben. Hier wird also einem für das einzelne Lebewesen lebensfeindlichen Mechanismus schöpferische Kraft zugesprochen.

Ein Kommentar von Duyvené de Wit (zitiert in Henning Kahle, Evolution - Irrweg moderner Naturwissenschaft?, 4. Auflage, 1999, S.87) soll das untermauern:

Duyvené de Wit: "Wenn sich eine Rand-Population den Weg zu einem neuen Lebensraum bahnt, kann sie nicht alle Gene ihrer Mutter-Population, sondern nur einen Teil davon mitnehmen. Jede neue Rasse oder Art, die aus einer früheren hervorgeht, besitzt daher einen ärmeren Genpool. Folglich ist Substanzverlust des Genpools der Preis, den jede Rasse oder Art für das Vorrecht zahlen muß, ins Dasein zu kommen. Wenn sich der Artbildungsprozeß oft nacheinander wiederholt, entstehen schließlich Arten, deren Genpoole so weitgehend ausgelaugt sind, daß schon relativ geringfügige Änderungen der Umweltbedingungen ausreichen, um ihr Aussterben zustande zu bringen. Anpassungsleistungen an Umweltveränderungen als Ergebnis unzureichender Rekombinationsmöglichkeiten haben schließlich zu einem genetischen Minimalzustand geführt, bei dessen Unterschreiten kein Überleben mehr möglich ist. Das tragische Schicksal extrem angepaßter spezialisierter Arten und Rassen ist daher unwiderruflich der genetische Tod."

Man könnte also sagen: Ohne Inzucht über mehrere Generationen ginge ein etwaiger 'Vorteil' durch Gendurchmischung wieder verloren (Es käme nicht zu einer Veränderung). Durch Inzucht könnte es zwar zu Veränderungen kommen (wie Züchtungen beweisen), andererseits ist eine Genpoolverarmung mit ihren verheerenden Folgen unausweichlich. Soll die Selektion somit einen etwaigen 'Vorteil' fixieren, dann geht das nur mit verheerenden Folgen für die mutierten Lebewesen und ihre Nachkommen, was wiederum zu deren Selektion d.h. Ausrottung führen würde.

Aus diesem Gründen kann man Selektion nur als ein Aussieben von kranken und untauglichen Lebewesen ansehen, durch das eine Art vor Veränderungen geschützt wird. Selektion ist nicht der Motor für Veränderungen sondern glücklicherweise deren Bremse. Selektion und Mutation arbeiten nicht etwa Hand in Hand, vielmehr wirkt die Selektion der Mutation entgegen. Selektion hilft, das Flaschenhalsproblem zu verhindern - sie fördert es nicht. Selektion wirkt artstabilisierend, nicht artverändernd!

Wenn ich in meinen Beiträgen Formulierungen gebrauche wie: "Selektion kann nicht greifen, wenn es keine Reproduktion gibt", dann nur, um den an den Evolutionsgedanken gewöhnten Leser nicht völlig zu verwirren. Richtig müsste der Satz lauten: "Selektion greift nur dann nicht unmittelbar, wenn es Reproduktion gibt und dabei keine Fehler eintreten". Ansonsten greift Selektion immer! Sie greift, wenn es nicht zur Reproduktion kommt: Ein Organismus, der nicht zur Reproduktion fähig ist, zerfällt. Und sie greift, wenn es bei Lebewesen zu unterschiedlicher Tauglichkeit innerhalb der gleichen Biosphäre kommt (Beispiel: Der Beutelwolf wurde im Vergleich zum ausgewilderten Dingo (obwohl oder gerade weil artfremd) weniger 'tauglich' und somit ausselektiert (neben anderen Gründen)).

Selektion hat außerdem nichts mit Höherentwicklung zu tun, sondern existiert auf jeder "Organisationsstufe". Ein Bakterium ist nicht weniger tauglich als ein Mensch. Einen Druck zur Höherentwicklung gab und gibt es nicht.


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Last update: 10.09.2014