K. F. Meis (© 2002-2010)

Intelligent Design

Ein Modell zum Nachweis von Design und Teleologie in der Natur

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Kritikpunkt 4

Interessant wäre es, ID-Theoretiker würden klar sagen, welcher Designer wann wo welche Struktur wie geschaffen hat. Dann hätten sie so etwas wie eine prüfbare Aussage.

Inspektor Columbo

Haben Sie schon einmal "Inspektor Columbo" gesehen? Da gibt es immer einen Mörder, der versucht, seinen Mord als Unfall hinzustellen, indem er alles, was auf eine intelligente Ursache hindeutet, verwischt. Und es gibt den genialen Inspektor, der nach Design-Signalen Ausschau hält, die einen Unfall ausschließen und auf einen Mörder hindeuten. Der Inspektor stößt auf eine intelligente Ursache, da ihm irgendetwas auffällt, was unmöglich zufällig so sein kann, sonst würde auch er auf einen Unfall (oder Zufall) schließen. Ist er einmal sicher, dass der Tod eine intelligente Ursache hat, beginnt die Suche nach dem Mörder. Die Kriminologie ist ein typisches Anwendungsgebiet der Intelligent-Design-Theorie. Die Aussagen, dass es sich um einen Mord und nicht um einen Unfall handelt, ist bereits eine prüfbare Aussage. Die Identität des Mörders sowie Tatmotive und Hergang des Geschehens sind dazu nicht erforderlich.

Die Intelligent-Design-Theorie lässt sich jedoch auch auf andere Bereiche anwenden, z.B. auf die Archäologie oder Paläontologie. Eine Pfeilspitze, eine Feuerstelle aus in einem Kreis angeordneten Steinen oder ein simpler Faustkeil sind Hinweise auf Intelligent Design. Es ist nicht erforderlich, die Identität des Designers zu kennen, um eine prüfbare Aussage zu haben. Ferner sind zeitliche und ortsbezogene Angaben nicht erforderlich, um die Aussage, dass die gefundenen Objekte eine intelligente Ursache haben, prüfbar zu machen.

Wenn man die Intelligent-Design-Theorie schließlich auf die Ursprungsfrage und auf die Frage woher die Vielfalt des Lebens stammt und was die Ursache ihrer Entfaltung ist, anwendet, so ist die Vorgehensweise immer dieselbe. Komplexe Informationen (z.B. ein Code, der eine Anweisung zum Aufbau einer Struktur enthält, wie wir ihn in einem DNS-Molekül finden) sowie komplexe, fein aufeinander abgestimmte und interagierende Mechanismen, Funktionen und Strukturen in der Natur, insbesondere in Lebewesen, lassen unwillkürlich auf eine intelligente Ursache schließen. Von komplexer Information (z. B. bei dem ersten fortpflanzungsfähigen Lebewesen) auf unkontrollierte Naturgesetze als Ursache zu schließen, wäre die abwegigste Schlussfolgerung, die in Betracht gezogen werden könnte (Kein Archäologe kam bisher auf den absurden Gedanken, die Hieroglyphen auf den Wänden ägyptischer Tempel hätten sich durch Einfluss von Wind, Regen und Erdbeben gebildet - dies wäre die abwegigste Erklärung für ihre Existenz).

Selbstverständlich versucht der Mörder bei Inspector Columbo den Mord als Unfall hinzustellen, indem er Hypothesen erarbeitet, die den Mord ebensogut als zufälliges Ereignis erscheinen lassen. Er versucht, einen Mörder überflüssig erscheinen zu lassen, indem er erklärt, wie das Ganze auch ohne intelligente Ursache abgelaufen sein könnte. Die Aufgabe des Inspektors besteht nun darin, zu überprüfen, ob diese "natürlichen" Ursachen tatsächlich alle Zusammenhänge und Phänomene erklären können. Auf biologische Systeme angewandt, würde ein Intelligent-Design-Theoretiker also nachprüfen, ob eine Theorie, die die Komplexität des Lebens als zufälliges Resultat "natürlicher" Ereignisse hinstellt, wirklich eine überzeugende Erklärung darstellt. Ist beispielsweise die Synthetische Evolutionstheorie in der Lage, zu erklären, wie sich das erste Lebewesen gebildet hat? Kann sie überzeugend darlegen, wie sich ein neues Organ stufenweise bildet, und dabei stets irgendeine vorteilhafte Funktion ausführte? (Siehe dazu auch meinen Kommentar zu dem dritten Kritikpunkt)

Natürlich kann es vorkommen, dass der Mörder immer ungehaltener wird, vielleicht sogar regelrecht ausfallend, wenn ihm der Kragen in Anbetracht seiner Erklärungsnot immer enger wird. Dem Inspektor geht es aber um die Wahrheitssuche und er kann keine Rücksicht nehmen auf die Wünsche des Mörders. Letztlich geht es ja genauso auch bei der Wissenschaft nicht um jemandes weltanschauliche Vorlieben, sondern um die Suche nach Tatsachen. Es mag sicherlich so manchem nicht behagen, eine intelligente Ursache für die Existenz des Lebens in all seiner Komplexität zu akzeptieren. Deshalb diesen Gedanken aber als pseudowissenschaftlich zu diskreditieren, scheint mir keine adäquate Reaktion zu sein. Zu behaupten, diejenigen, die von einer intelligenten Ursache für das Leben ausgehen, hätte die wissenschaftlichen Zusammenhänge nicht verstanden, ist ein billiger Versuch, seine eigene Ansicht ohne Argument retten zu wollen. Wenn jemand unschuldig ist, braucht er die Fragen des Inspektors nicht zu fürchten. Er kann logische und klare Antworten geben - Antworten, die der Wahrheit entsprechen. Wer seine Antworten bei jedem Logikproblem, das ihm derjenige, der von einer intelligenten Ursache ausgeht, präsentiert, revidieren muss (Die Evolutionstheorie ist dafür ein schönes Beispiel), sollte ein alternatives Erklärungsmodell doch zumindest einmal in Erwägung ziehen und sich nicht zu der eigenartigen Ansicht versteifen, nur der ungerichtete und willenlose Zufall sei in der Lage, Komplexität hinreichend zu erklären.

Für die auf das Leben angewandte Intelligent-Design-Theorie ist ausschlaggebend, nachzuweisen, dass eine Intelligenz hinter der Vielfalt des Lebens steht. Es geht nicht um die Identität des Designers oder um den Ort und die Zeit der kreativen Aktivität. Da fordern Evolutionstheoretiker von Intelligent-Design-Theoretikern etwas, was sie selbst natürlich auch nicht mit ihren Hypothesen erklären können:

  • Wann und wo kam der erste Fisch aufs Land? (Und um es überspitzt zu formulieren: Wie fühlte er sich dabei?)
  • Wann und wo begann welches Reptil zu fliegen? (Und um es überspitzt zu formulieren: Wie weit flog es?)
  • Wann und wo wuchsen welchem Reptil Milchdrüsen und wann stellten die jungen Reptilien ihre Ernährung schließlich auf Milch um?

Solche Angaben zu fordern, wäre doch grotesk! Man benötigt keine genauen Angaben zu Zeit, Ort und Person, um eine prüfbare Theorie zu haben. Oftmals weiß man nicht, wer der Erbauer eines Bauwerks oder der Designer eines Tongefäßes war, das man ausgegraben hat. Aber man weiß, es steckt Intelligenz dahinter. Intelligenz deutet in diesem Zusammenhang auf Menschen hin. Die Menschen und ihre Konstruktionen deuten auf eine Zivilisation hin. Man muss nicht unbedingt wissen, wann die Vase geformt wurde, wer der Töpfer war, und wo der Ofen stand, in der die Vase gebrannt wurde.

Die Intelligent-Design-Theorie definiert u.a., was Design-Signale sind, woran man sie erkennt und warum der Zufall als Erklärung ausscheidet. Ich nehme an, dass Evolutionstheoretiker nur deshalb diese grotesken Angaben von Intelligent-Design-Theoretikern fordern, weil sie a) nicht zeigen können, dass Intelligent-Design nicht funktioniert (wie sollte das auch gehen?) und b) nicht zeigen können, dass Evolution funktioniert (wie sollte das auch gehen?). Diesen argumentativen Nachteil aber mit dem Einfordern grotesker Angaben herunterzuspielen, ist atypisch für wissenschaftliches Arbeiten.

Wer behauptet, das Buch "The Origin of the Species" habe keinen Autor gehabt, kommt in Erklärungszwang und nicht derjenige, der behauptet, dieses Werk sei intelligenten Ursprungs. Wer sagt, die Buchstaben dieses Buches hätten sich zufällig zu Worten und sinnvollen Sätzen geformt, der muss erklären, wie das nur mithilfe von Naturgesetzen gehen soll. Wer von einem intelligenten Buchautor ausgeht, darf sich ruhig zurücklehnen, denn die Aussage "mithilfe von Intelligenz" ist bereits die Erklärung nach dem Wie. Dass die Information in Büchern durch Einsatz von Intelligenz entsteht, steht ja völlig außer Frage; das muss man nicht erst noch beweisen. Erst, wenn man davon ausgeht, dass es auch ohne Intelligenz möglich sein soll, muss man aufzeigen, wie Intelligenz erfolgreich durch unkontrollierte Naturgesetze simuliert werden kann.

Es ist somit gänzlich unangebracht und kontraproduktiv, obigen Einwand vorzubringen. Er geht an der Sachlage vorbei und stellt wohl eher den Versuch dar, die Erklärungsnot der Evolutionstheoretiker mit Gewalt auf die Vertreter der Intelligent-Design-Theorie übertragen zu wollen, obwohl dort gar kein Erklärungsdruck besteht.


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Last update: 10.09.2014