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Intelligent Design

Ein Modell zum Nachweis von Design und Teleologie in der Natur

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Kommentar (32)

M. Neukamm: Kommentar (32): Ihnen wird sicher nicht entgangen sein, daß ich den Begriff Makroevolution bislang immer in Anführungszeichen gesetzt habe. Tatsächlich handelt es sich hier um eine extrem umstrittene Begriffstrennung, die man ontologisch kaum rechtfertigen kann. Wo hört Mikroevolution auf, wo beginnt Makroevolution? Gehen wir einmal davon aus, daß sich ein makroevolutiver Schritt mit der Entstehung einer evolutiven Neuheit vollzogen hat.

Grundsätzlich haben wir aber bereits mit der Entstehung einer neuen Enzym-Variante schon etwas Neues geschaffen, wenn sie abgewandelte Eigenschaften oder Doppelfunktionen besitzt, und jedes neue Gen oder Enzym bildet sich durch Variation von bereits Vorhandenem! Bei Bakterien bekommen Sie etwa durch Variation eines Enzyms eventuell den Abbau eines neuen Substrates (statt Valeramid beispielsweise Phenylacetamid), also etwas Neues. Haben wir hier nicht schon einen völlig neuen Enzymtyp erreicht? Wenn nicht, worin liegt dann der ontologische Unterschied zwischen einem "völlig neuen" Enzym und einer Enzymvariante mit einer abgewandelten Eigenschaft oder einer Doppelfunktion? Und wo ziehen Sie dann die Grenze - bei einer Sequenzähnlichkeit von 80 - 50 - 10 oder 5 %?

Die Tetrapoden-Extremität läßt sich wiederum als Transformation der "bereits vorhandenen" Fischflosse ansehen, denn es gibt schon tetrapodenähnliche Fische! Müßte es sich also hier nicht eher um Mikroevolution handeln? Und wie steht es mit der Transformation der 4-zehigen Pfote des Urpferds Eohippus zum einzehigen Sprungfuß des Hauspferdes? Ist das "Makroevolution" oder "Mikroevolution"? Nach Ihrer Definition müßte es sich um Mikroevolution handeln, denn es werden ja Strukturen (nämlich die Zehen) reduziert! Trotzdem übernimmt der Sprungfuß eine völlig neue Funktion, also doch Makroevolution? Und wo wollen Sie die Grenze zwischen Mikro- und Makroevolution ziehen - bei Merychippus, Pliohippus, Equus? Schließlich könnte auch die Synorganisation von 100 Genen zu einer Genwirkkette auf die schrittweise Einzelkopplung von Genen reduziert werden (Mikroevolution?), die jetzt das ganze System verändern (Makroevolution?). Punktmutationen an Regulatorgenen (Mikroevolution?) können gelegentlich zum kooperativen Umbau des ganzen Organismus führen (Makroevolution?). Eine Veränderung am Hox-Gen Ubx vielbeiniger Krustentiere, kann zur Reduktion von Thorax-Segmenten führen (Mikroevolution?). Daraus entstand möglicherweise der neue Bauplan der jetzt nur noch 6-beinigen Insekten (Makroevolution?)...

Sie sehen hier, daß Ihre Definitionen ineineinderfließen; ihre Begriffstrennung wird in jedem Falle überflüssig. Die Grenzziehung beruht rein auf Konvention, sie kann daher kaum eine ontologische Bedeutung haben.

Da Evolutionstheoretiker aus der Mikroevolution auf Makroevolution extrapolieren, ist es ihrer Sache dienlich, die beiden Begriffe synonym zu verwenden. Der wissenschaftlichen Forschung ist es jedoch abträglich. Um die beiden Begriffe noch einmal scharf voneinander abzugrenzen, hier ein Zitat aus Junker/Scherer "Evolution - Ein kritisches Lehrbuch", 5. Auflage 2001, p.53:

"Für "Mikroevolution" ist auch der Begriff "intraspezifische Evolution", für "Makroevolution" "transspezifische Evolution" gebräuchlich. "Intraspezifisch" bedeutet innerhalb von "Arten", "transspezifisch" heißt "über Artgrenzen hinaus". Dabei ist zu berücksichtigen, welcher Artbegriff zugrundeliegt... Wir legen den Grundtyp-Begriff zugrunde..., und definieren Mikroevolution als Veränderung (Variation) innerhalb von Grundtypen, während die Umwandlung eines (evtl. ausgestorbenen) Grundtyps in einen anderen in den Bereich der Makroevolution fallen würde.

Mikro- und Makroevolution unterscheiden sich nach den [zuvor] gegebenen Definitionen demnach nicht graduell, sondern qualitativ."


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Last update: 10.09.2014