K. F. Meis (© 2002-2010)

Intelligent Design

Ein Modell zum Nachweis von Design und Teleologie in der Natur

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Kommentar (12)

M. Neukamm: Kommentar (12): In allen Fällen - in der Synorganisationsfrage, im Falle von Genduplikation sowie in der Sache mit der "irreduzierbaren Komplexität" werden von Evolutionsgegnern Vorannahmen und Aussagen gebraucht, die stark bezweifelbar oder gar falsch sind.

Zur Duplikation von Genen: (1) Daß Gene dupliziert werden, ist Fakt. (2) Daß mindestens 30% aller Gene einen mittel- bis hochrepetitiven Charakter aufweisen und in ihrer Sequenz sehr ähnlich sind, ebenso. (2) folgt logisch aus der Randbedingung (1) sowie aus den evolutionären Postulaten.

Die Duplikationsthese liefert also eine dedukiv-nomologische Erklärung der Beobachtung (2) im Rahmen der Evolutionstheorie und erfährt durch (2) eine hypothetico-deduktive Bestätigung. Das wäre grundsätzlich anders, wenn weder Repetivität noch transgenetische Sequenzähnlichkeit feststellbar wäre! Diese Methode der Theorienprüfung ist typisch für alle Naturwissenschaften. Siehe dazu: Über das Wesen des wissenschaftlichen "Beweises"

Zur "irreduzierbaren Komplexität": Eine Struktur wäre nur dann "irreduzierbar komplex", wenn man davon ausginge, daß alle Teilorgane von Beginn an dieselbe Funktion erfüllen mußten wie im "fertigen Organ". Ein komplexes Organ kann jedoch auch dann schrittweise entstehen, wenn die Teilorgane in einem völlig anderen Funktionszusammenhang ihren Nutzen gehabt haben.

Tatsächlich besteht Evolution zu einem großen Teil in der Veränderung von Funktionen.

Mutationen führen höchstens zu Funktionsverlust, nicht zu neuen Funktionen. Mutanten von drosophila können möglicherweise nicht mehr fliegen, weil ihre Flügel verkümmert sind, oder sie sind blind, weil ihre Augen verkümmert sind, aber es entstehen keine neuen Funktionen, Organe oder Fähigkeiten. Doppelfunktionen entstehen genauso wenig. Die Hypothese der Doppelfunktionen musste erst erfunden werden, nachdem man sich über das Synorganisationsproblem klar wurde, um die Evolutionstheorie nicht aufgeben zu müssen. Beweise für diese Hypothese der "Universal-Funktionen", die in praktisch jeder Funktionskette irgendeinen Sinn ergeben, gibt es nicht. Mit diesen Doppelfunktionen will man nun jede hypothetische Funktionsänderung in jeder Funktionskette in jedem Organ in jeder Spezies erklären. Bei Hypothesen besteht grundsätzlich die Gefahr, dass man ihnen, da man nichts Genaues weiß, Allmacht zuspricht. Die Probleme der Irreducible Complexity und der Synorganisation lassen sich sehr schön am Beispiel der Entstehung des Auges veranschaulichen.

M. Neukamm: Die Frage, ob Strukturen eventuell Doppel- und Mehrfachfunktionen ausüben können, die wird hier gar nicht erst gestellt.

Diese Frage kann bei der Erstentstehung des Lebens bekanntlich auch nicht gestellt werden.

M. Neukamm: Insbesondere das Auge (dem LÖNNIG ein ganzes Buch gewidmet hat) ist in diesem Zusammenhang ein schlecht gewähltes Beispiel.

Hier sind alle Voraussetzungen für den schrittweisen selektionspositiven Wandel erfüllt: Auch ein schlechtes Auge ist besser als gar keins, und die abgestuften Komplexitätsgrade innerhalb rezenter Organismengruppen zeigen gerade die Emergenz eines Teilorgans nach dem anderen. Selbstredend erfüllen alle Augentypen sowie die ihnen zugrundeliegenden Teilorgane nachweisbar (!) verschiedene Funktionen oder Doppel- und Mehrfachfunktionen!

Herr Neukamm führt gerade das Auge in seinem Beitrag selbst an, um zu erläutern, wie "einfach" Evolution abläuft. Der Leser mag sich in meiner Verteidigung der Wahrscheinlichkeitsrechnung - Teil 2 selbst davon überzeugen.

Fehlt ein Teilorgan, so verlieren alle anderen Organe sehr schnell ihre Funktion. Die Erblindung ist fast in jedem Fall das unwillkürliche Ergebnis des Verlustes auch nur einer Funktion in der Funktionskette der visuellen Wahrnehmung. Bevor sich das letzte Glied in der Kette entwickelte, mussten alle anderen Teile schon da gewesen sein und benötigten folglich alle eine andere Funktion, aber auch schon die Funktionalität, die sie haben mussten, als das letzte Glied in der Kette sich irgendwann dazugesellte. Und das müsste bei jedem anderen Organ und jeder anderen neuen Funktionskette bei jedem anderen Lebewesen so gewesen sein. Viele erblicken hinter Funktionsketten Planung eines intelligenten Designers, da die Wahrscheinlichkeit, dass so viele Einzelfunktionen so oft zusammenfallen, um Funktionsketten zu bilden, bei Weitem zu gering ist.

M. Neukamm: Ähnlich zweifelhaft sind die Voraussetzungen in der Synorganisationsfrage. Hier ist noch viel zu erforschen, doch es gibt bereits Modelle, die zeigen, wie Synorganisationen zustandekommen könnten. Insbesondere ist hier RIEDLs Systemansatz zu erwähnen, der beschreibt, wie schrittweise (!) meherere Gene unter die Kontrolle eines Regulatorgens geraten.

Modelle gab es und gibt es viele innerhalb der Evolutionstheorie. Bisher war es immer nur eine Frage der Zeit, wann diese Modelle wieder aufgrund neuerer Forschungsergebnisse verworfen werden mussten. Aber eines dürfte klar sein: Regulatorgene gibt es in der Ursuppe nicht. Synorganisation muss es aber bereits bei der Entstehung eines ersten Lebewesens gegeben haben, denn alle Funktionen zur Aufrechterhaltung des Lebens greifen Hand in Hand. Der gesamte Stoffwechsel sowie die Erstellung einer Eigenkopie sind so komplex, dass hier hunderte Enzyme (2000 bei einem "einfachen" Bakterium) gleichzeitig vorhanden gewesen sein müssten und ihre Tätigkeit gemeinsam aufgenommen haben müssen. Außerdem ist das Problem der Synorganisation überall anzutreffen. Jede in einem Organismus von einem Organ ausgeführte Funktion ist das Ergebnis des Zusammenspiels vieler Einzelfunktionen, die Hand in Hand arbeiten. Fehlt ein Glied in der Funktionskette, so bricht die gesamte Funktion zusammen. Und das bei jeder Funktion in jedem Organ in jeder Spezies. Diese immense Problematik mit dem Schlagwort "Regulatorgene" oder "Doppelfunktion" vom Tisch wischen zu wollen, wird der Sache bei Weitem nicht gerecht.

M. Neukamm: Die innere Selektion bewertet danach die Tauglichkeit nach jedem Kopplungsschritt, so daß - wie etwa beim Pax6-Gen der Fruchtfliege Drosophila - tausende von Genen unter dessen Kontrolle geraten sind.

Das erklärt nicht die Entstehung des Lebens. Selektion braucht Funktionalität!

M. Neukamm: Eine Mutation an Regulator führt dann zu einer Kanalisierung im Sinne des Umbaus des ganzen Systems.

Ein bereits vorhandenen System ist eine ideale Voraussetzung für ein neues System. Stellen Sie sich nun vor, es gibt noch kein System. Was soll da mutieren? Irgendwelche Moleküle in der Ursuppe?

M. Neukamm: Die Voraussetzung, daß alle Gene unabhängig voneinander "richtig" mutieren müssen, wäre in diesem Falle überhaupt nicht mehr zutreffend!

Es fällt immer wieder auf, dass ein Problem umgangen wird, indem man es zunächst verkompliziert, da man sich im Ergebnis eine Vereinfachung erhofft. Evolutionstheoretiker wären ja schon heilfroh, wenn sich die rudimentärsten Bakterien von selbst entwickeln könnten. Ob diese dann Regulatorgene haben oder nicht, wäre ihnen nämlich dann in ihrer Begeisterung und Freude völlig egal.

M. Neukamm: Wie man auch den Wert solcher Modelle einschätzen mag, sie sollten doch erwähnt werden, bevor man mit Vorannahmen Wahrscheinlichkeitsaussagen treffen will, die sich hinterher als nicht zutreffend herausstellen (näheres dazu in meiner neuen Arbeit).


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Last update: 10.09.2014