K. F. Meis (© 2002-2010)

Intelligent Design

Ein Modell zum Nachweis von Design und Teleologie in der Natur

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Kommentar (7)

M. Neukamm: Kommentar (7): Um die Variabilität ging es mir nicht; ich habe dies in meinem Text erwähnt. Der Fehler besteht zu einem guten Teil eben darin, daß "formal", ohne Berücksichtigung der biochemischen Gesetzmäßigkeiten argumentiert wird. Entsprechende Hinweise habe ich auch in meiner älteren, hier kritisierten Arbeit gemacht. Diese Faktoren werden einfach nicht berücksichtigt und machen solche Wahrscheinlichkeitsberechnungen sinnlos:

Sie sind nicht sinnlos, wie man an den Anmerkungen zu folgenden Kommentaren erkennen kann:

M. Neukamm: 1.) Ein bestimmtes Protein mußte nicht von Beginn an seine spezielle und optimale Funktion, die es heute einnimmt, besitzen. Es hätte schon genügt, wenn das Enzym irgendeine Funktion als Elektronenüberträger (oder eine beliebige andere Funktion) besaß, die den Organismen einen Überlebensvorteil bot.

Welchen Organismen? Soweit sind wir noch nicht. Vor dem ersten Organismus müssen dessen Einzelteile entstanden sein, zu denen unzweifelhaft Proteine zählen. Und da kommt es schon darauf an, dass Proteine mit bestimmten Funktionen entstanden, denn das erste Lebewesen soll ja leben können. Zum Leben benötigt man eben mehr als irgendeine Funktion.

M. Neukamm: 2.) Selbst wenn man eine bestimmte Funktion ins Auge faßt und behauptet, daß nur und ausschließlich diese entstehen mußte, muß deshalb noch lange nicht ein bestimmter, variabler Biomolekül-Typ verwirklicht werden. Vergleichende Untersuchungen zeigen, daß viele verschiedene Nucleotid- oder Aminosäuresequenzen zu Nucleinsäure- oder Proteinstrukturen mit praktisch denselben Eigenschaften führen. Die erfolgversprechenden Strukturen kommen nun nicht gehäuft in einer bestimmten Zone des Sequenzraumes vor (so wie etwa die Varianten eines bestimmten Enzym-Typs), sondern sind mehr oder minder regellos verteilt. Dies bedeutet, daß von jeder beliebigen Sequenz ausgehend in einigen Schritten eine erfolgversprechende Struktur realisiert werden kann. So konnte SCHUSTER mathematisch nachweisen, daß "alle wesentlichen Sekundärstrukturen von Sequenzen aus 100 Nucleotiden durch maximal 20 Nucleotidsubstitutionen von jeder Zufallssequenz aus zu erreichen (sind)."

Die hier erwähnten 'einigen Schritte' kann es nicht geben, wenn sich Proteine (hunderte, vielleicht auch tausende) in der Ursuppe bilden müssen, die dann ein Lebewesen formen. Nicht mal ein Protein kann sich in einer Ursuppe bilden, von einem Protein mit bestimmter Funktion ganz zu schweigen. Einzelheiten unter Ist die zufällige Entstehung informationstragender Makromoleküle möglich?

M. Neukamm: 3.) Der Austausch von Aminosäuren (oder Nucleotidbasen) gegen andere gar nicht regellos und zufällig, wie die Wahrscheinlichkeitsberechnungen unterstellen: Aminosäuren werden bevorzugt durch bestimmte andere substituiert; ein isopolarer Austausch von Aminosäuren erfolgt häufiger als ein heteropolarer. Auch die abiotische Bildung von Proteinoiden durch Verkettung von Aminosäuren verläuft nach thermodynamischen und reaktionskinetischen Regeln. Die Aminosäuresequenzen werden durch die chemischen Eigenschaften der Aminosäuren selbst sowie durch die Reaktionsbedingungen beeinflußt. Alpha-Peptidbindungen bilden sich bevorzugt und die Mengenausbeute bestimmter Polypeptide ist höher als bei statistischer Zufallsverteilung. Selbst große Komplexe, wie Porphyrine und Isoprene, aber auch ATP und alle Nucleotidbasen wurden in Ursuppenexperimenten der zweiten Generation unter gleichsam unspezifischen Bedingungen reproduziert. (Bio-) Chemie hat fast nichts mit Statistik zu tun; die physico-chemischen Gesetzmäßigkeiten greifen enorm in die molekulare Evolution ein, so daß von reinen Zufallsprozessen nicht die Rede sein kann.

Alles, was gesetzmäßig abläuft, lässt sich statistisch berechnen - das ist ja der Witz an der Statistik. Außerdem geht es hier um den Austausch von Aminosäuren innerhalb einer Aminosäurenkette, die sich gemäß physiko-chemischer Gesetzmäßigkeiten gar nicht bilden kann (Polykondensationsgesetze).

M. Neukamm: 4.) Ein ausgezeichnetes, von Evolutionsgegnern verkanntes Prinzip zur Eindämmung der kombinatorischen Vielfalt besteht schließlich auch im stufenweisen Aufbau "modularer Strukturen". Im Falle von Biomolekülen handelt es sich um mehr oder minder autonome Faltungseinheiten, die brauchbare Strukturmerkmale aufweisen. Große Proteine besitzen in der Regel mehrere solcher hierarchisch strukturierten Module. Diese müssen nun nach GILBERT nicht alle gleichzeitig entstanden sein, denn es hätte bereits genügt, wenn aus der Vielfalt aller möglichen Sequenzen zunächst eine beschränkte Anzahl von autonomen Modulen aufgebaut wurde, die jeweils nur einen Bruchteil der Kettenlänge umfassen. Jene Module, die in irgendeiner Weise brauchbare Strukturmerkmale aufweisen, könnten auf dieser Stufe durch Selektion fixiert werden, so daß durch schrittweise Kombination selektionspositiver Module komplizierte Biomoleküle mit eventuell neuen Eigenschaften entstehen. Auch die Hypothese der Kettenverlängerung durch "exon-shuffling" macht also deutlich, daß der Zufall nur noch eine geringe Rolle im evolutionären Aufbau größerer Proteine spielt.

Zu exon-shuffling habe ich folgende Richtigstellung verfasst: Die Entstehung erster informationstragender DNS-Sequenzen mithilfe von exon-shuffling.

M. Neukamm: Der Programmierer WITTLICH hat keine einzige dieser biochemischen Voraussetzungen in seinen Modellen berücksichtigt. Wenn man dies tut - und ich habe in meiner neuen Arbeit auf entsprechende Quellen und Voraussetzungen hingewiesen - gelangt man zu völlig anderen Resultaten. Ich betone nochmals: Bioevolution und Chemie ist nich mit Stochastik gleichzusetzen, weil die ihnen zugrundeliegenden physico-chemischen Gesetzmäßigkeiten und Kopplungen enorm in die Zufallsverteilung eingreifen.

Keine der von Herrn Neukamm diskutierten Voraussetzungen lässt sich auf die Entstehung eines Proteins anwenden. Das war es aber, was Klaus Wittlich untersucht hatte. Die Kritik des Herrn Neukamm ist nur ein Beispiel für Kritiken, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob der Kritiker auch das Kritisierte jemals gelesen hat. Die Einwände laufen völlig an dem vorbei, was Klaus Wittlich berechnet hat.

Ähnliche Erfahrungen machten auch andere. Reinhard Junker und Siegfried Scherer schreiben zum Beispiel in ihrem Vorwort zur 5. Auflage ihres kritischen Lehrbuchs:

Junker/Scherer: Das Buch wurde in der Fachwelt weitgehend mit Schweigen bedacht. Einige wenige Reaktionen waren stark emotional geprägt - dies überraschte nicht. Es war eine Erfahrung eigener Art für uns, daß man vernichtende Buchbesprechungen veröffentlichen kann, nach deren Lektüre wir uns ernsthaft fragten, ob es der Rezensent denn für nötig gehalten hat, das besprochene Werk auch zu lesen.


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Last update: 10.09.2014